Mit Kindern im Großarltal wandern – Hüttenausflüge für Familien

Das Großarltal ist ein wunderbares Fleckchen Natur und unsere beiden Urlaube, die wir hier verbringen durften haben uns gezeigt, wie schön es hier ist und welche vielen Möglichkeiten das Tal für Familien mit Kindern bereithält. Im Winter kommen die Wintersportler natürlich voll auf Ihre Kosten, doch Frühling bis Herbst ist das Programm noch um einiges vielfältiger.

Wandern mit Kindern im Großarltal - Hütten für Familien

Auf der Heugathalm

An unserem ersten Tag im Feriendorf Holzleb’n, besuchten wir die hübsche Heugathalm. Wir wollten gerade am Anfang nicht mit einer zu langen Wanderung starten und entschieden uns daher für diese Tour. Wir parkten unser Auto etwas unterhalb der Alm, in einer größeren Parkbucht, Google Maps führte uns problemlos dorthin.

Vom Parkplatz aus schlängelte sich der Schotterweg weiter hinauf, vorbei an Häusern, Wiesen, ja, und sogar an einem kleinen Wasserfall kamen wir vorbei. Die gibt es im Großarltal wirklich an jeder Ecke.
Felix, der kurz vor seinem fünften Geburtstag stand, konnte den Weg problemlos laufen. Auch für meinen wandermuffligen Mann war die Strecke machbar! 😉

Oben angekommen erwartete uns eine Alm wie aus dem Bilderbuch. Die Front schmückte ein hölzerner Balkon mit knalligen Blumen. Im Garten stand eine hölzerne Tränke, dahinter das einzigartige Bergpanorama. Hinter der Alm lag ein größeres Gebäude. Der untere Teil war der Stall und darüber lag die Wohnung der Familie.

Das Wetter war angenehm und ab und zu blitzte die Sonne durch die Wolken. Während wir auf auf den Holzbänken mit Tischen Platz nahmen, erkundeten die Jungs den Spielplatz. Es gab hier ein Holzhaus mit zwei Stockwerken, Schaukeln, einen Sandkasten mit Spielsachen und sogar eine Hollywoodschaukel aus Holz.

Wir bestellten zweimal die große Brettljause für jeweils gerade einmal 8,00 €. Da die Kinder kaum etwas essen wollten blieb mehr für uns, und wir wurden davon so satt, dass wir uns die Reste einpacken ließen. Eigener Speck, verschiedene Sorten Bergkäse, frische Butter und Aufschnitt. Dazu gab es ein Schiwasser und für mich eine Tasse frische Milch, die auch nur 1,10 € kostete.
Zum Abschluss dieser herrlichen Mahlzeit bestellte ich mir einen Bauernkrapfen, der warm und mit Marmelade gefüllt wenig später vor mir stand.

Nachdem wir fertig waren durften wir sogar noch gemeinsam in den Stall zu den vier Baby-Kätzchen, dem süßen Kalb und der Kuh. Felix traute sich sogar ein Kätzchen auf den Arm zu nehmen, für ihn das allererste Mal. Max jedoch war dem ganzen etwas skeptisch gegenüber.

Ein wirklich toller Ausflug, der sich auch noch am Nachmittag lohnt und für Kleinkinder geeignet ist. Diese Wanderung ist NICHT für Kinderwagen ausgelegt, ich empfehle daher eine Kraxe mit kleineren Kindern die noch nicht so gut zu Fuß sind.

Auf dem Geisterberg

An unserem zweiten Tag im Großarltal entschieden wir uns für einen Besuch des Geisterbergs. Genau genommen ist dieser nicht mehr im Großarltal, aber nicht weit davon entfernt. Wir fuhren von Hüttschlag eine halbe Stunde nach Sankt Johann im Pongau. Von dort aus fuhr die Gondel bis zur Bergstation. Dort angekommen konnten wir schon den Gipfel erspähen. Nach einer halben Stunde in Richtung Gipfel, durch kleine Waldabschnitte, vorbei an Kinder-Spielstationen, kamen wir im Geisterdorf an.

Die Jungs waren sofort von der riesigen Spielburg begeistert. Eine richtige Ritterburg zum Toben, Klettern und Rutschen. Im Herbst und unter der Woche, war hier kaum was los, was sehr angenehm war. Das Wetter spielte mit und wir genossen ein paar warme Sonnenstrahlen hoch oben über den Tälern. Die Kinder erkundeten die verschiedenen Spiele-Stationen, angefangen von der Burg, über verschiedene Rutsch- und Klettergeräte, einen schönen Wasserspielplatz bis hin zu den Erlebnisstationen im Geister-Motto. Sogar einen kleinen See konnten wir mit einem Floß durchqueren, ein tolles Erlebnis für die Kleinen und eine willkommene Abwechslung für uns Eltern.

Um den Gipfel herum führt noch ein spannender Geisterweg mit kleinen Stopps bei denen es etwas zu entdecken gibt. Man erlebt hier sprechende Geister, freche Geister die einen anpusten, Foto-Stationen, eine Märchen-Hütte und noch einiges mehr. Die Tour endet an einem riesigen Aussichtsturm den ich mit Felix und Max hinaufgestiegen bin. Von dort oben hatte man einen fantastischen 360°-Blick auf die umliegenden Berge. Dank des Fernrohrs mit integrierter Info zu den einzelnen Gipfeln, erfuhren wir mehr zur Umgebung und lachten auch über die lustigen Namen der Gipfel.

Der Geisterberg ist einen Tagesauslfug wert, jedoch sollte man in jedem Fall ein paar Stunden einplanen damit es sich lohnt. Wir haben zu viert, mit zwei Kindern von fünf und zwei Jahren, etwa 50,00 € gezahlt. Der Geisterberg oben ist umsonst, doch für die Berg- und Talfahrt zahlt man eben diesen Preis.

Ich empfehle, den Geisterberg nur mit der Kraxe und nicht mit dem Kinderwagen zu besuchen, da man sich ansonsten sehr abmüht. Mit der Kraxe hingegen funktioniert das einwandfrei und die Kinder genießen den Ausblick ebenso wie wir Eltern.

Breitenebenalm, Karseggalm und Unterwandalm

Für den letzten Urlaubstag im Großarltal haben wir uns eine etwas längere, und wie sich herausstellte wunderschöne Route ausgesucht.
Wie auch bei den den anderen Wanderungen fuhren wir mit dem Auto zum Ausgangspunkt. In diesem Fall war die Breitenebenalm der Startpunkt der Tour. Die Breitenebenalm ist eine etwas größere Alm, die nebst Biergarten und Wirtsstube gleichzeitig Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Dort parkten wir und machten uns abmarschbereit.

Weit kamen wir nicht. Den ersten Stopp legten wir schon nach wenigen Metern ein, denn es war wunderschön hier. Der riesige Kinderspielplatz hat viel zu bieten, unter anderem auch Tiere zum Streicheln und einen kleinen Bach an dem man wie auf einem Wasserspielplatz, das Wasser blockieren und ablassen kann.

Während die Kinder spielten und alles erkundeten gönnte ich mir in der Sonne ein Glas frischer Buttermilch. Die Bäume waren in den schönsten Gelb- und Rottönen, ich war im siebten Himmel.

Irgendwann konnte ich Felix dazu bewegen weiterzugehen. Max setzte ich in die Kraxe und los ging’s. Vor allem das erste Stück bis zum kleinen Weiher ist etwas steiler und kostet etwas Kraft, mit Kinderwagen ist das in keinem Fall machbar.

Felix hingegen war toll, er stieg den Berg ohne ein Murren oder meckern mit mir hinauf. Ab dem Weiher geht es weiter durch den Wald, was uns sehr entgegenkam, da die Sonne nochmals zeigte was sie kann und uns inzwischen warm wurde.

Eine halbe Stunde Fußweg von der Breitenebenalm aus, gelangt man zur Karseggalm. Eine Augenweide wenn es um urige Almen geht. Direkt am Hang, mit Blick auf das Tal, mit einer wunderbaren Terrasse, vielen Holztischen und -bänken und im Inneren einer richtigen Räucherstube.

Hier wird noch ganz traditionell der Speck geräuchert. Gleich nebenan eine Stube in der die Brettljausn vorbereitet wird. Wir bestellten uns eine leckere Brotzeit, Schiwasser, frische Milch und genossen den wunderbaren Ausblick in der Sonne. Sogar ein kleiner Spielplatz grenzte an die Hütte. Die Kinder hüpften ein wenig auf dem Trampolin und spielten dann bestimmt 20 Minuten mit der Küche im Spielhäuschen.

In Sichtweite, etwa 15 bis 20 Minuten entfernt, lag der letzte Stopp, die Unterwandalm. Diese eignet sich mit Kindern noch mehr, da sie über einen schönen Spielplatz un eine größere Spielwiese verfügt.

Gegessen haben wir dort nicht, nachdem wir uns bereits auf der Karseggalm die Bäuche vollgeschlagen hatten, jedoch sah das was die Gäste auf den Brettln hatten ebenso gut aus wie das unsere zuvor.

Übrigens: Der Weg mit dem Auto zur Breitenebenalm startet auf einer geteerten Straße und geht in einen Schotterweg über, also nicht wundern und vorsichtig fahren.

    Ein Rezept für Bauernkrapfen wie von der Oma:

  • 60 g Hefe
  • 2 EL Kristallzucker
  • 750 ml Milch
  • 1 kg Weizenmehl Type 700
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • Abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 4 cl Rum
  • 2 Eier
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Salz
  • 150 g gute Butter, z.B. frische Almbutter
  • 1 kg Schweineschmalz zum Herausbacken


    • Die Hefe mit dem Zucker und ca. 100ml warmer Milch (von der Gesamtmenge abziehen) vermischen und in einem hohen Gefäß ca. 20 bis 30 Minuten gehen lassen.
      Die restlichen Zutaten nun gut verkneten. Beachtet dabei dass die Milch lauwarm ist und die Butter ebenfalls Zimmertemperatur haben sollte. Nun das Hefe-Milch-Gemisch zum Teig dazugeben und kräftig kneten. Den Teig an einem warmen Ort ca. eine halbe Stunde gehen lassen.

      Nun den Laib in ca. 50g schwere Teile teilen, zu Kugeln formen und dann flach drücken. Mit einem Tuch bedeckt sollten diese nochmals eine halbe Stunde gehen, bevor sie von beiden Seiten jeweils ca. 30 Minuten im Schmalz ausgebacken werden. Das Schmalz sollte nicht sieden und bevor der Teig hineingegeben wird in der Mitte nochmals mehr auseinanderziehen, damit eine Mulde entsteht.
      Nach dem Ausbacken könnt ihr in die Mulde beispielsweise Preiselbeermarmelade hineingeben und mit etwas Puderzucker betreuen.

      Talschluss in Hüttschlag

      Unser erster Aufenthalt im Großarltal, vor zwei Jahren, führte uns bei schönem Wetter zu einem schönen kleinen Bergsee am Ende des Tals, dem Ötzlsee.
      Der Parkplatz, von dem aus man die Tour startet ist nicht zu verfehlen, man muss lediglich der Hauptstraße bis zum Ende des Tals folgen. Von dort aus begannen wir unsere kleine und sehr kinderfreundliche Wanderung. Ohne große Steigung gelangt man bis zum See. Vorbei an saftigen Wiesen, Wasserfällen und Bächen, welche zum Verweilen einladen.

      Ich und die Jungs haben bei den Temperaturen damals direkt die Schuhe ausgezogen sind ins eiskalte Bergwasser gestiegen. Es war perfekt. Kein Wunder also, dass es kurz vor dem Bergsee noch eine kleine Kneipp-Anlage gab. Wir sind zwar nicht rein, aber dem Kreislauf tut das Kneippen richtig gut!

      Der Ötzlsee liegt ganz verborgen und es verirren sich auch nicht viele hierher, was wirklich angenehm ist. Eine kleine Pause, ein kleines Picknick und schon kann man ganz entspannt wieder zurück laufen. Eine hübsche kleine Tour für Familien die ich damals sogar in einem eigenen Artikel nochmals detailliert festgehalten habe.

      Auch den Ausflug zur Liechtensteinklamm habe ich für euch damals dokumentiert, das ist auch eine schöne Tour, besonders an heißen Tagen!

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