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Wie viel Eiweiß ist gut für Kleinkinder? – Das Thema Kuhmilch und Eiweiß

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich immer wieder mit dem Thema Eiweiß auseinandergesetzt.
Ich habe abgestillt, als Max etwa ein halbes Jahr alt war. Damals begann ich direkt mit der Beikost und wechselte von Muttermilch zum Muttermilch-Ersatz. Theoretisch hätte ich weiterstillen können, doch wurde bei mir nach der Umstellung auf Beikost direkt die Milch weniger.

Für mich (ganz persönlich) ist Stillen kein KANN, sondern ein MUSS. Wer in der Lage ist zu stillen, sollte dies unbedingt tun. Muttermilch ist unglaublich wichtig und wer kann, sollte direkt ab der Geburt Muttermilch füttern. Ich muss euch sagen, dass ich nicht viel von denjenigen halte die sich zwar FÜR ein Kind entscheiden, doch die damit verbundene „Einschränkung“ durch’s Stillen als lästig empfinden und einfach nicht stillen.

Man muss natürlich nicht ewig stillen – auch ich fand sechs Monate ausreichend – doch gerade diese ersten Monate sind für die Entwicklung der Kinder immens wichtig, auch und besonders was deren Immunsystem betrifft. Nicht zu verachten ist auch die spätere Entwicklung der Kinder. Studien zeigen immer wieder die positive Auswirkung der Muttermilch auf das Wachstum und die allgemeine Gesundheit der Kinder.
Leider ist es vielen Müttern nicht möglich zu stillen, doch glücklicherweise ist heutzutage der Muttermilchersatz sehr nah am „Original“ dran.

Irgendwann jedoch steht jeder vor der Frage „Darf mein Kind Kuhmilch trinken, und wenn ja, wieviel?“. Gerade gegen Ende des ersten Lebensjahres meiner beiden Söhen war dies bei mir ein Thema. Die Kinder aßen immer mehr bei uns mit und gerade Max, der gerade erst sein zweites Zähnchen durchschiebt, gewöhnt sich immer mehr an das normale Essen. Auch er trinkt seit ein paar Monaten zusätzlich normale Milch, gerade wenn er Haferflocken isst.
Aus Neugier hatte ich mich auch diesmal wieder etwas in das Thema „Kuhmilch bei Kindern“ hineingelesen und entdeckte eine für mich neue Info die sicherlich für viele Eltern interessant ist.

Zu viel Eiweiß ist nicht immer gut

Zu Beginn: Eiweiß ist wichtig! Es ist ein wichtiger Grundbaustein der für ein gesundes Wachstum, ein funktionierendes Immunsystem als auch für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt zuständig ist. Dennoch sollte man aufpassen was die Menge betrifft, die die Kinder zu sich nehmen.

Laut der DONALD* Studie ist der hohe Proteingehalt in normaler Kuhmilch gerade für Kleinkinder in sofern schädlich, als das man herausgefunden hat, dass dieser in den darauf folgenden Monaten zu einem erhöhten BMI und damit auch mit Übergewicht zusammenhängt.
Die Studie beschäftigte sich mit 236 Kindern im Alter von 9 bis 36 Monaten. Es ist auch nicht komplett bewiesen, dass die Menge an Eiweiß sich auch im höheren Alter auf den BMI und das Körperfett auswirkt. Eines jedoch wird empfohlen, und das ist der Punkt der mich überzeugt, und zwar, der gemäßigte Verzehr von Eiweiß.
(* DONALD = Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study)

Alles zu essen, doch in Maßen und nicht in Massen, das halte ich für die gesündeste aller Ernährungsweisen. Das gleiche gilt auch für Eiweiß.

Wissenswertes zur Kuhmilch bei Babys und Kleinkindern

    Folgende Kuhmilch-Grenzen sollten nicht überschritten werden:

  • Babys (unter einem Jahr): ca. 200ml Milch pro Tag (dann auch gerne Vollmilch, da Babys die zusätzlichen Kalorien brauchen)
  • 1-3 Jahre: 300ml bis 330ml Milch pro Tag, inklusive anderer eiweißhaltiger Produkte wie Fleisch, Wurst, Joghurt, Quark, Käse etc.
  • Normalgewichtige Kinder sollten fettarme Milch (1,5 % Fettgehalt) trinken, untergewichtige Kinder können gerne Vollmilch trinken (3,5 % Fettgehalt).
    Gut zu wissen:

  • Generell empfiehlt man ca. 2,2g pro Kilogramm Körpergewicht
  • Die Nieren der Babys können zu viel Eiweiß noch nicht verarbeiten, daher ist gerade in diesem Alter noch erhöhte Vorsicht geboten.
  • Die Milch sollte immer vor dem Verzehr erhitzt worden sein, dies ist bei H-Milch und pasteurisierter Milch immer der Fall.
  • Rohmilch wird für Kinder nicht empfohlen. Man kann diese jedoch bei mindestens ca. 75° Celsius vorab erhitzen um Keime abzutöten.
  • H-Milch wird nur wenige Sekunden ultrahocherhitzt, was dazu führt, dass diese Milch mehr Vitamine enthält als Milch die zuhause mehrere Minuten abgekocht wird
  • 100ml Milch entsprechen ca. einer Scheibe Käse oder einem Esslöffel Frischkäse.

Kindermilch – Das Für und Wider

Vor allem das oben angeführte Argument mit dem erhöhten BMI bei hohem Kuhmilch-Verzehr (sehr proteinhaltig) spricht für die Niedrigprotein-Milch, die sogenannte Kindermilch bzw. 3er-Folgemilch.
Die Hersteller der Kindermilch und Folgemilch für Kleinkinder werben oft mit angereichertem Jod und Eisen, was in Kuhmilch nur in geringen Maßen enthalten ist. Jedoch nehmen die Kinder dieses Jod und Eisen meist über die Nahrung auf, weshalb sie in der Regel diese zusätzliche Menge in der Milch nicht benötigen.

Die spezielle Kindermilch ist zudem meist süßer als Kuhmilch. Kinder gewöhnen sich an diese Süße, vor allem wenn ausschließlich Kindermilch gefüttert wird. Kindermilch finde ich super als Alternative, besonders wenn der Eiweißbedarf des Kindes schon gedeckt ist. Kindermilch enthält viele Nährstoffe wie Vitamin D und Kalzium, und eben als besonderes Plus einen reduzierten Eiweißgehalt. Was zuviel ist scheidet der Körper meist einfach aus. Die Kindermilch lässt sich zudem einsetzen wie normale Kuhmilch.

Von speziellen Kinder-Milch-Produkten ist eher abzusehen. Viele davon enthalten Kristallzucker und schmecken oft auch noch nach Vanille und diversen Früchten. Kinder gewöhnen sich unglaublich schnell an süße und vor allem an Produkte die mit Aromen versetzt sind. Oftmals mögen sie dann keine Kuhmilch mehr oder auch keine natürlichen Milchprodukte wie Joghurt oder Quark. Hier lieber mal einen normalen Joghurt mit frischen Früchten geben oder einfach ein Apfelpüree. Bitte jedoch immer auf die Zutaten achten. Viele Produkte, AUCH Produkte für Kleinkinder, enthalten Zucker. Wenn es gesüßt sein soll, dann lieber auf Produkte zurückgreifen die mit Apfelsaftkonzentrat, Honig oder Agavendicksaft gesüßt wurden.

Meine ganz persönliche Empfehlung

Gebt euren Kindern Kuhmilch zu trinken, jedoch in Maßen (siehe oben). Sollten die Kinder abends noch eine Flasche zum Einschlafen bekommen, sollte man spezielle Folgemilch bzw. Kindermilch geben.
Am Familientisch sollte man sich ausgewogen ernähren. Das bedeutet Vollkornprodukte, Fisch, Fleisch, Käse, Gemüse, Obst und auch mal was Süßes. Wie immer ALLES, aber alles in Maßen! Dieses Prinzip bewährt sich immer und wird auch immer wieder von Ernährungsexperten bestätigt.

Dieser Beitrag wurde unterstützt von der Aktion Kleinkind-Ernährung.

Wie viel Eiweiß ist gut für Kleinkinder und Babys

2 Comments

  • Viola

    Ein echt schöner Artikel aber dann kam doch die Werbung für Kindermilch….finanziert von der Industrie. Schade. Kindermilch ist nicht geeignet für Kinder da die Produkte gesüßt sind und oft weniger Calcium als kuhmilch enthalten, dafür Eisen, was da drin nichts zu suchen hat. Überhaupt ist die Inhaltsliste so überladen!

    • Melanie

      Hallo Viola,
      dieser Artikel ist keinesfalls Werbung für Kindermilch. Ich dränge niemandem etwas auf und besonders bei sowas gibt es so viele Unterschiede und auch jedes Kind mag eine andere Milch. Der Artikel entstand in Kooperation mit kleinkind-ernaehrung.de, wie auch im letzten Absatz angegeben. Es geht hier lediglich um Tipps für gesunde und ausgewogene Ernährung für Kleinkinder.
      Liebe Grüße,
      Melanie

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