Fahrradanhänger und -sitze,  Produkttests

Der Fahrradanhänger Thule Chariot COUGAR 2 im Test

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit habe ich einen Bericht über die Vor- und Nachteile von Fahrradanhängern und Fahrradsitzen für Kinder berichtet. Hier geht’s nochmals zum ausführlichen Beitrag „Fahrradanhänger oder Fahrradsitz“.

Damals schon war ich davon überzeugt, dass es gerade bei zwei Kindern Sinn macht, sich einen Fahrradanhänger anzuschaffen in dem man schon die Kleinsten bequem von A nach B kutschieren kann, allerdings hatte ich mich damals noch nicht erkundigt und noch keinen Test von Kinderanhängern gelesen, daher empfahl ich den Croozer ohne weiter darüber nachzudenken.

Bei uns ist es auch bald soweit, der Nachwuchs klopft bei mir schon ordentlich an, der kann die erste Tour mit dem Rad wohl auch kaum abwarten. Auch jetzt merke ich schon die Reaktion wenn ich auf dem Rad sitze und zu strampeln beginne. Zum Glück habe ich vergangenes Jahr ein sehr bequemes Trekkingrad geschenkt bekommen, so kann ich auch jetzt im 8. Monat noch problemlos ein wenig radeln.
Klar, eine riesen Tour sollte ich in meinem runden Zustand nicht mehr machen, aber ein kleiner Ausflug mit Picknick ist noch drin.

Kurz vor unserem Urlaub habe ich mir einen Fahrradanhänger für zwei Kinder inklusive Fahrradset bestellt, aber nicht einfach so, ich wollte ihn testen und darüber berichten, damit ich auch endlich mitreden und meine Erfahrungen teilen kann. Mit dem Partner bike box konnte ich dieses Vorhaben tatsächlich umsetzen.

Schon nach wenigen Tagen kam ein überdimensionales Paket bei uns an und ich hüpfte vor Freude als es daran ging es zu öffnen. Mein Mann half mir dabei den Anhänger aus dem stabilen Karton zu wuchten. Mitten in der Wohnung ist das immer eine Herausforderung, aber nach zwei/drei Zügen war „das Baby geschlüpft“. 😀
So ein Anhänger ist groß, gar keine Frage, aber er passte gerade noch so durch unsere Türrahmen. Hätte es nicht gepasst hätten wir den Wagen auch zusammenklappen können um ihn zu transportieren, das ist jedoch natürlich unpraktisch vom Handling. Die Klapp-Funktion ist vor allem beim Transport dieser Wägen praktisch, um ihn z.B. im Auto zu transportieren. Zusammengeklappt ist er zwar immer noch groß, sollte aber in jeden Familienwagen problemlos reinpassen. Spätestens wenn man die Räder „abklickt“ passt er auch in eine Limousine.

Die Buggyräder habe ich ebenfalls direkt mitbestellt, da ich den Anhänger auch schieben möchte wenn er nicht am Fahrrad befestigt ist. Diese Investition ist fast ein Muss bei einem solchen Anhänger, denn man kann diesen flexibel überall vom Rad abkuppeln, schnell die kleinen Buggyräder anbringen und das Gefährt schieben wie einen großen Kinderwagen. Gerade bei Ausflügen ist das super. Beispielsweise für einen Ausflug in den Zoo oder auch mal zum Einkaufen. Man hat im Nu einen Buggy um Kinder plus das ganze drum herum zu transportieren, denn der Anhänger verfügt standardmäßig bereits über einen großen Gepäckkorb mit einer wetterfesten Schutzhülle darüber. Einkäufe oder eine Picknickausstattung passen hier locker rein.

Sollte die Hecktasche als auch das Gepäcknetz hinten nicht ausreichen hat man mit Anhänger wiederum den Vorteil einen Rucksack tragen zu können, da man hier ja die Kinder während der Fahrt nicht behindert, wie es mit dem Fahrradsitz der Fall wäre. Alternativ könnte man noch einen zusätzlichen Gepäckträger auf dem Anhänger befestigen um hier die Handtasche und ähnliches schnell unterzubringen. Gerade für Intensiv-Nutzer sicherlich eine gute Anschaffung.

Auch das Aufbauen des Anhängers war kein Thema, er kam quasi schon fertig aufgebaut an, lediglich die Räder musste man noch dran montieren, aufpumpen, die Lenkvorrichtung „einklicken“ und die Reflektoren in den Speichen als auch an Vorder- und Rückseite des Anhängers anbringen.
Das Fahrrad selbst musste man natürlich auch noch startklar machen und die Halterung befestigen. Ich war ganz froh, dass dies mein Mann übernommen hat, denn ich habe mein Leben lang noch nie an meinem Rad geschraubt, wohingegen er schon einige Male sein Rad selbst gefixt hat. Somit hatte er nach 10 Minuten schon alles vorbereitet und der ersten Testfahrt stand nichts im Weg.

Wir setzten Felix rein, schnallten den Fünf-Punkt-Gurt fest und schon konnte es losgehen. Bei über 30 Grad Außentemperatur kam Felix der Fahrtwind sehr entgegen und er genoss bereits die Testfahrt in vollen Zügen. Um Kinder vor der direkten Sonne zu schützen verfügt der Wagen auch über ein Sonnenverdeck. Zudem gibt es noch die Möglichkeit das Mosquitoverdeck komplett drüberzuziehen, dieses zieht man auch automatisch über die Sonnenblende. Als weiteren Schutz, aber sicher nicht bei über 30 Grad, gibt es auch das Wetterverdeck, also ein Regenverdeck dass die Kinder davor schützt während der Fahrt nass zu werden.
Während man selbst also von einem Regenschauer erfasst wird sitzen die Kids gut eingepackt und sicher geschützt im Wagen und können die weitere Fahrt genießen… 😉 ein Leben haben diese Kinder!!!
Bei starker Sonneneinstrahlung sollte man jedoch darauf achten die Beine der Kinder mit einem leichten Tuch oder ähnlichem zu bedecken und gut mit Sonnenschutz einzucremen, denn diese sind nicht geschützt und könnten womöglich zu viel Sonne abbekommen.

Felix war sofort begeistert von seiner neuen „Kutsche“ und wollte gar nicht mehr raus. Gut gepolstert sind die Sitze ebenfalls und leicht nach hinten gebeugt, so sitzen die Kinder richtig gemütlich und schlafen auch gerne mal ein. Theoretisch könnte man innen in einer der Seitentaschen auch das Getränk, Bücher oder andere Kleinigkeiten für die Kinder verstauen, damit sie auf der Fahrt nicht verdursten oder ihnen gar langweilig wird, wobei ich letzteres stark bezweifle.

Auch ich war schnell von dem Anhänger überzeugt. Während der Fahrt merkt man gar nicht, dass man noch zusätzliches Gewicht mitzieht, wohingegen ich beim normalen Fahrradsitz natürlich gleich die punktuelle Belastung spüre und auch während der Fahrt ausgleichen muss, besonders wenn Felix sich auf eine Seite lehnt weil er mal wieder etwas spannendes entdeckt hat.

Dass man den Wagen nicht wirklich „spürt“ ist natürlich auch nicht ganz ungefährlich. Man muss sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man da noch einen Anhänger hinten dran hängen hat mit der wertvollsten Fracht überhaupt. Während der ersten Fahrt musste ich mich regelmäßig umdrehen und vergewissern dass alles gut war und ich mein neues Gefährt auch von der Länge korrekt einschätzte. Man sollte die ersten Male auf kürzeren Strecken die ein oder andere Kurve mitnehmen, besonders auch mal engere Kurven, und auch den Wendekreis einschätzen lernen. Rückwärts ausparken ist auch erstmal reine Übungssache, ähnlich wie wenn man ein Auto mit Anhänger fährt, aber auch das hat man schnell drin.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich bisher mit dem Kauf sehr zufrieden bin und mein Kind in dem Anhänger sicher aufgehoben weiß. Felix hat den Platz neben sich schon für seinen Bruder reserviert, ich bin gespannt wie es dann mit zwei Kindern wird, und bin froh schon jetzt für diesen Fall vorgesorgt zu haben.
Einsitzer gibt es im Bereich der Fahrradanhänger unglaublich viele, auch wesentlich günstiger, also auch hier einfach mal umschauen und in den Testberichten vergleichen.

    Wissenswerte Fakten zum Thule Chariot COUGAR 2:

  • Testurteil „gut“ im Test der Stiftung Warentest (Testsieger), wohingegen ein ebenfalls bekannter Anhänger wie der Croozer Kid for 2 mit „mangelhaft“ abgeschnitten hat
  • Ebenfalls Testsieger beim ADAC Test
  • Zwei Sitzplätze
  • Gewicht inklusive dem Griff: 12,8 kg
  • Mögliche Beladung: 45 kg
  • L x B x H (mit Griff): 118 x 80 x 107 cm

    Die Ausstattung des Thule Chariot COUGAR 2 auf einen Blick:

  • 5-Punkt-Sicherheitsgurt und gepolsterter Sitz
  • Sonnenschutz, integriertes Mosquitonetz und Wetterverdeck (Regenschutz)
  • Getönte Fenster und Belüftungsschlitze an den Seiten
  • Feststellbremse (die auch leicht zu lösen ist)
  • Buggyräder die einfach zu Befestigen und zu Transportieren sind
  • Seitliche Einrastfunktion für den Transport der Fahrradstange
  • Hecktasche mit viel Stauraum und Netztasche im Rückenbereich
  • Reflektoren für Räder, Vorder- und Rückseite (ausreichend)
  • Super Federung die sich nach Gewicht des „Inhaltes“ verstellen lässt
  • Höhenverstellbarer Schiebebügel

Ein solcher Wagen, gar keine Frage, ist eine richtige Investition. Ein Thule Chariot COUGAR für zwei Kinder kostet so um die 700€ bis 800€, jedoch meist ohne Zubehör. Dazu bestellen sollte man auf alle Fälle noch das Fahrradset für ca. 70€ und die Buggyräder für aktuell ca. 75€. Den Anhänger gibt es jedoch meist schon mit inkludiertem Fahrradset zu kaufen, was nochmals wesentlich günstiger ist. Trotz allem muss man je nach Ausstattung bei einer Neuanschaffung mit 800€ bis 900€ rechnen, für viele einfach nicht erschwinglich.
Aktuell gibt es den Thule Chariot COUGAR 2 inklusive Fahrradset für nur 759,90 € im bike box Onlineshop. Günstiger habe ich es tatsächlich nirgendwo gefunden, auch im Online-Preisvergleich schneidet der Shop am günstigsten ab.

Es gibt jedoch natürlich noch viele weitere gute Modelle zu recht moderaten Preisen um die 400€ bis 500€, auch von bekannten Herstellern wie „Burley“ oder der Thule Chariot Coaster für nur 339€.
Bei „Thule“ handelt es sich um einen schwedischen Hersteller der sich auf den Bereich Sportausrüstung spezialisiert ist und bereits seit 1942 Produkte rund um das Thema „Draußen aktiv“ herstellt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man für den Thule Chariot COUGAR 2 noch weiteres Zubehör wie z.B. das Jogging- oder Ski-Set erhältlich ist. Ja, ihr habt richtig gelesen, dieses Teil kann man sogar auf Skier stellen und im Schnee hinter sich herziehen…verrückt!

Für wen eine Neuanschaffung nicht in Frage kommt muss einfach mal in den Kleinanzeigen stöbern und findet sicherlich schnell einen passenden günstigen gebrauchten Fahrradanhänger, hier kann man ebenfalls einiges sparen!

Im Test: Der Fahrradanhänger Thule Chariot COUGAR 2

Chariot Cougar Erfahrung

Test Fahrradanhaenger

Thule Chariot Cougar 2 Test

5 Comments

  • Anne-Katrin

    Hallo liebe Melanie,

    danke für den Bericht, ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, meinen Senf dazu zu geben.
    Ich habe fast genauso einen Anhänger , aber nicht Cougar sondern Captain von Thule (bestellt bei ROSE Bikes auf rosebikes.de für € 949).
    Jetzt zu meiner Frage. Es gibt vom ADAC noch einen weiteren Bericht, wo es Kinderanhänger und Kindersitze für Fahrräder verglichen werden.
    Die Anhänger sorgen natürlich für mehr Sicherheit für das Baby, die Kindersitze aber für besseres Fahrgefühl insbesondere auf den kurvigen Wegen. Kannst du was dazu sagen? Hast du schon mal zufälligerweise einen Kindersitz getestet?

    VG Anne-Katrin

    • Melanie

      Liebe Anne-Kathrin,
      ja, ich habe tatsächlich beides. Gerade wenn man nur ein Kind hat und viel in der Stadt unterwegs ist, eignet sich der Kinderfahrradsitz super. Man kommt problemlos auch über engere Fahrradwege und kann schneller starten, da man nicht erst den Anhänger anbringen muss. Dieser steht bei uns sonst im Keller. Wenn man oft Picknicken geht oder an den See fährt, ist der Anhänger besonders praktisch, da er viel Stauraum hat.
      Mit zwei Kindern ist ein Anhänger fast ein Muss. Meine Kinder lieben beides, sowohl den Ausblick und das Fahrgefühl vom Fahrradsitz, als auch den bequemen Anhänger. Der Anhänger ist für den Fahrer schwerer zu ziehen, gerade bei Wind. Der Fahrradsitz ist natürlich eine Veränderung vom Gewichtsausgleich des Fahrrads, woran man sich jedoch sehr schnell gewöhnt.
      Ich hoffe, dass ich Dir mit meiner Antwort weiterhelfen konnte.
      Liebe Grüße,
      Melanie

  • Arno

    Hallo Melanie, hast Du auch schon einmal ein Lastenrad für Dich entdeckt. Finde mit 2 Kindern dies eine tolle Lösung. Da man diese im Gegensatz zu einem Anhänger immer im Blick hat und besser kommunizieren kann nach vorne.

    • Melanie

      Bin kein großer Fan davon ehrlich gesagt, da ich vorne keinen Blick habe wenn ich auf eine Straße fahre bzw. ich erst nachgelagert etwas sehe. Zudem fahren leider viel zu viele ihre Kinder darin ohne Helm, das hat natürlich nichts mit dem Rad zu tun. Da hat jeder seine Vorlieben, aber danke für den Tipp!

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