Allgemein,  Nützliche Tipps für Familien

Beikost-Einführung leicht gemacht – Nützliche Infos und Tipps

Gerade beim ersten Kind steht man irgendwann vor der Frage, wie es denn jetzt weitergeht wenn man nicht mehr stillt oder weniger stillt. Auch Mütter die von Anfang an Säuglingsmilch fütter, müssen irgendwann mit dem Thema Beikost beginnen. Was es hierbei zu beachten gibt, hilfreiche Tipps und Infos findet ihr hier im Überblick. Quasi das 1×1 der Beikost-Einführung, jedoch nur als Leitlinie. Jedes Kind ist anders, jedes reagiert anders und auch die Monatsvorgaben sind nur Richtwerte.

Wer sich unsicher ist und Hilfe benötigt kann sich auch jederzeit an den Kinderarzt oder an die Hebamme wenden. Sie haben viel Erfahrung und können sicherlich noch nützliche Empfehlungen abgeben.

1. bis 5. Monat – Stillen als einzige Nahrungsquelle

Besonders in dieser Zeit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, die Kinder voll zu stillen. Es gibt nichts besseres als Muttermilch, natürlich unter der Voraussetzung, dass die Mutter nicht raucht und keinen Alkohol konsumiert. Alles was die Mutter zu sich nimmt gelangt in die Milch, gleiches gilt für Medikamente. Ansonsten enthält die Muttermilch alle Nährstoffe die das Baby braucht.

Selbstverständlich gibt es viele Mütter die nicht stillen können, und leider auch immer mehr Mütter die nicht stillen wollen. In diesem Fall bekommen die Kinder Säuglingsmilch. Die Milchpulver für Babys in Deutschland entsprechen höchsten Qualitätsanforderungen. Auf der Seite von Ökotest kann man den aktuellsten Testbericht zum Muttermilchersatz, der Anfangsnahrung 1 und Pre abrufen.

Ab dem 6. Monat – Beikost-Einführung

Endlich ist es soweit, die Kinder dürfen neues kennenlernen, ein wahres Feuerwerk für die Geschmacksknospen. In den meisten Fällen sind die Babys nun aktiver, so dass die Muttermilch oft nicht mehr ausreicht um den Energiebedarf der kleinen Zwerge zu stillen. Selbst wenn sie noch nicht krabbeln, so strampeln sie doch mehr und haben wesentlich längere Wachphasen.

Wann genau starte ich mit der Beikost?

Abgesehen von Eisen müssen auch andere Nährstoffe nun durch zusätzliche Nahrung gedeckt werden. Gerade weil sich der Magen an das neue Essen gewöhnen muss, empfiehlt es sich diese mittags zu füttern. So kann der Mittagsschlaf zum Verdauen genutzt werden. Am besten man stillt in der früh noch ganz normal, damit sie mittags wach und fit sind um sich dem Start der Beikost zu widmen.
Selbstverständlich ist das nur eine Empfehlung. Wem es besser in den Tagesablauf passt, der kann natürlich auch nachmittags oder abends die Beikost füttern.

Die erste und die letzte Mahlzeit sollte zu diesem Zeitpunkt noch die Milch sein. Sie ist für die Babys leichter verdaulich, so können sie in der früh in Ruhe mit der Milch in den Tag starten, und liegen abends nicht mit schwer verdaulichem Essen im Bettchen.

Erste Beikost selbst gemacht

Wenn man das Essen selbst macht kann man nicht viel falsch machen. Am besten man startet mit leichten Zutaten wie Karotten, Pastinaken oder Kürbis. Hierfür einfach alles dünsten und dann mit etwas abgekochtem Wasser pürieren. Nach und nach kann man dann sehr schnell auch mit weiteren Zutaten wie Kartoffel, Zucchini und Avocado variieren. Man sollte jedoch immer erst einmal nur eine neue Zutat hinzufügen und beobachten ob das Kind auf das neue Lebensmittel reagiert, und wenn ja, wie.
Dünsten kann man die Zutaten am besten in einem großen Dampfgarer, dem Thermomix, oder mit einem einfachen Gareinsatz für mittlere Töpfe.

Generell gilt, dass das Gemüse nicht frisch auf dem Markt gekauft werden muss, auch Tiefkühlware eignet sich für Babybrei. Tiefkühlkost enthält meist sogar mehr Nährstoffe, da diese direkt nach der Ernte schockgefrostet und verpackt wird.
Das Gute an selbstgekochter Babynahrung ist, dass man weiß was drin ist. Zudem ist sie günstiger als Gläschenkost. Wer selbst kocht, kann gleich größere Mengen vorbereiten und portionsweise einfrieren. Beliebte Behälter um Babynahrung einzufrieren sind beispielsweise die Dosen von Philips Avent oder die Breischalen von Nûby. Gerade anfangs eignet sich besonders das Baby Food Freezer Tray von Nurture Naturals, denn hier kann man kleinere Mengen perfekt portionieren und jederzeit aus der Form herauslösen.

Die besten Grundrezepte für Babynahrung in den ersten Monaten findet ihr hier.

Gläschennahrung – Eine gute Alternative

Auch gegen fertigen Babybrei ist überhaupt nichts einzuwenden. Die Hersteller verwenden meist nur Bio-Gemüse, darauf sollte man beim Kauf achten. Konservierungsstoffe dürfen die Hersteller gar nicht verwenden, somit muss man sich darum keine Sorgen machen.
Das A und O beim Kauf von Gläschennahrung ist die Beachtung der Zutatenliste. Hier steht alles drauf, und viel sollte das gerade bei den ersten Gläschen nicht sein. Von süßen Gläschen, die Zucker oder andere Süßungsmittel wie Fruchtzucker, Traubenzucker, Reissirup, Agavendicksaft oder Honig
enthalten, sollte man die Finger lassen, denn Obst enthält genug natürliche Süße.
Herzhafte Gläschen dürfen Salz enthalten, doch sollte dieses jodiert sein. Babybrei mit Fleisch, sollte mindestens 20g Fleich enthalten, denn nur so ist die tägliche Eisenzufuhr gesichert. Auch Rapsöl gilt als zusätzliches Prädikat, denn dieses enthält lebensnotwendige essenzielle Fette.

Ebenfalls wichtig beim Kauf, ist darauf zu achten ab wann die Kost empfohlen wird. Es ist teils etwas verwirrend, da manche Hersteller „ab dem 4. Monat“ und andere „nach dem 4. Monat“ schreiben, dabei die Zahl jedoch groß gedruckt wird.
Die Gläschen können einfach in der Mikrowelle oder in einem Topf mit Wasser erhitzt werden. Generell gilt, dass die Babynahrung kein zweites Mal erwärmt werden sollte, da sich sehr schnell Keime bilden können.
Ob das Essen warm genug ist, testet man am besten, indem man selbst ein wenig davon probiert. Lieber zu kaltes als zu heißes Essen servieren, da man sonst Gefahr läuft, dass sich das Baby am Brei verbrennt.

Die ersten Fütterversuche – Nur die Ruhe und nichts erzwingen!

Für die ersten Versuche mit Babybrei sollte man sich Zeit nehmen und nicht zu viel erwarten. Manche Kinder nehmen sofort die neue Nahrung an, andere wiederum spucken diese immer wieder aus. Hier ist Geduld gefragt, denn auch die Kinder akzeptieren nicht einfach so neue Kost.
Auch die Rahmenbedingungen sollten passen. Nicht alle Kinder können schon in einem Hochstuhl sitzen. Dann empfiehlt es sich die Kinder auf den Schoß zu nehmen und die Ärmchen leicht festzuhalten, damit sie einem den Löffel nicht aus der Hand schlagen. Ebenso kann man die Kinder in Sitzschalen setzen um sie zu füttern. Es gibt auch tolle Hochstühle mit Babyschalen für die ersten Monate, diese kann ich sehr empfehlen.

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Wer das Kind vor sich sitzen hat – und das ist meine persönliche Empfehlung – kann mit dem linken Arm ganz leicht die Arme des Babys zurückhalten um in Ruhe mit der rechten Hand zu füttern. Ansonsten läuft man Gefahr, dass der Brei gar nicht erst in die Nähe des Mundes kommt.
Manche raten, dem Kind während des Essens einen Löffel oder Spielzeug in die Hand zu geben. Ich persönlich rate davon ab. Sie sollen sich voll und ganz auf das Essen konzentrieren ohne Spielsachen. Gespielt wird wieder nach dem Essen. Bei uns hat das bei beiden Jungs wunderbar funktioniert, und nach wenigen Wochen musste ich auch die Ärmchen auch nicht mehr halten um ihnen in Ruhe den Brei zu füttern, und das obwohl beide sonst relativ wild sind.

Wer das erst Mal zufüttert wird merken, dass das Kind anfangs nicht viel isst. Es wird meist von Mal zu Mal mehr, denn der Magen dehnt sich noch.
Egal wie viel das Kind isst, sollte man nach dem Essen eine kurze Pause machen, natürlich nur wenn das Kind ruhig ist. Nach wenigen Minuten kann man dann das Baby stillen oder die Flasche geben, damit es auch wirklich satt wird. Wenn es schreit kann man selbstverständlich sofort zur Milch wechseln und einfach am nächsten Tag einen neuen Versuch starten.

Meine Erfahrungen und persönlichen Mami-Tipps

Glücklicherweise waren meine zwei Jungs immer gute Esser. Ich habe beide fünf bis sechs Monate gestillt und bin dann zur Beikost übergegangen. Da meine Milch nicht mehr ausgereicht hat und schnell weniger wurde, habe ich gleich alles umgestellt. Somit gab es morgens Milch (Pulver), mittags einen Brei, und dann wieder nur Milch.

Jetzt mit elf Monaten isst Max, ebenso wie damals Felix, morgens sein Müsli, bestehend aus zarten Haferflocken mit Banane und mit Kuhmilch. Mittags bekommt er einen herzhaften Brei, ohne Nachspeise. Ich habe ihn gar nicht erst an eine Nachspeise gewöhnt, da ich wollte das er eine Mahlzeit vernünftig isst. Irgendwann bin ich dazu übergegangen als weitere Zwischenmahlzeit einen Obst- oder Obst-Hafer-Brei zu füttern. Die Milch bekommt er aktuell nur noch abends, so lange bis er Zähne bekommt und mit uns ein bisschen zu Abend essen kann.
Zusätzlich zu trinken bekommt er nur Wasser. Ich gewöhne ihn gar nicht erst an andere Getränke. Tee gab es nur mal bei Verdauungsproblemen, da hilft ein Fencheltee immer sehr gut.

Jeder kann natürlich füttern wie er möchte, doch dieses Prinzip hat bei uns immer super funktioniert. Auch bekommt Max keine Snacks zwischendrin. Er kennt Babykekse, Reiswaffeln, Hirse-Puffer und diese ganzen Sachen gar nicht, und verlangt daher auch nicht danach. Das ist für mich in sofern besser, dass er immer sehr gut zu den entsprechenden Tageszeiten isst. Er ist total entspannt, weil er einen festen Tagesrythmus hat, dazu gehören auch die Mahlzeiten, unabhängig von der Uhrzeit zu der er sie bekommt, denn das variiert täglich etwas.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie die Breze die er ab und an bekommt. Immer mal wieder kaufe ich eine beim Bäcker, vor allem weil der große Bruder eine möchte. Er knabbert und lutscht dann an einer aber wirklich essen kann er sie noch nicht. Gerade für Kinder, die sich anfangs gegen Brei oder festere Nahrung sträuben empfehle ich, ihnen mal eine Breze oder ein Scherzerl (Brotende) zu geben. Sie stecken es sich in den Mund, weichen es auf und gewöhnen sich somit nach und nach an die festere Konsistenz. So kann man nach wenigen Tagen erneut einen Beikost-Test starten und hat hoffentlich Erfolg.

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