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Hefe vermehren – Hefe selber machen aus Hefe-Resten

Wir befinden uns in einer verrückten Zeit. Die einfachsten Dinge sind in Zeiten von Corona extrem gefragt. Frische Hefe, die normalerweise ganze 15 Cent im Supermarkt kostet, wird nun für viel Geld auf Plattformen im Internet gehandelt. Es ist unfassbar und keinesfalls sollte man auf sich auf solche Deals einlassen. Viel mehr solltet ihr Alternativen finden. Wenn ihr noch frische Hefe habt, auch eingefroren, oder noch ein wenig Trockenhefe, dann könnt ihr diese wunderbar vermehren. Hefe selber machen ist ein Prozess der mehrere Tage dauert, doch Hefe vermehren dauert nur wenige Stunden und ihr könnt die Würfel einfach einfrieren, macht euch somit völlig unabhängig. Der Prozess kann beliebig oft wiederholt werden.

    Hefe vermehren – Mit wenigen Zutaten zu eigener Hefe

  • 1/2 Würfel frische Hefe (alternativ ein Tütchen Trockenhefe)
  • 100g weißes Mehl (Weizen- oder Dinkelmehl, kein „schweres“ Vollkornmehl)
  • 100ml warmes Wasser
  • 15g Zucker

Hefe vermehren Zutaten (Schüssel von onomao)

Hefe vermehren in nur wenigen Stunden

Hefe selbst zu vermehren ist unfassbar einfach. Ihr nehmt eine Schüssel, sie sollte recht groß sein, damit die Hefe während des Gärungsprozesses nicht überläuft. Gebt in die Schüssel zuerst das Mehl, dann die Hefe, den Zucker und übergießt anschließend alles mit den 100ml lauwarmen Wasser. Nun mit einem großen Löffel das Ganze verrühren, so lange bis eine schöne sämige Masse entstanden ist. Es sollten keine großen Klumpen mehr zu sehen sein. Bei mir hat das ganze gefühlt schon angefangen Blasen zu werfen, bereits nach zwei Minuten.

Hefe selber vermehren (Keramikschüssel von onomao)

Anschließend deckt ihr die Schüssel ab, am besten mit einem Küchentuch, damit der Teig atmen kann. Meine Schüssel war fast zu klein, so dass der Teig das Tuch schon erwischt hat. Beim nächsten Mal nehme ich die große Schüssel, so bleibt mein Tuch sauber. Den Teig nun ein paar Stunden gehen lassen und zwischendurch gerne immer mal wieder durchrühren, das ist allerdings kein Muss. Mein Hefeansatz durfte noch weiter über Nacht gehen, so hat sich die Hefe noch stärker vermehren können.

Theoretisch könnt ihr bereits nach vier bis fünf Stunden die klebrige Masse portionsweise in einen Eiswürfelbehälter füllen, verschließen und ins Tiefkühlfach stellen. Wer es nicht wusste: Ich friere meine frische Hefe immer einfach ein und hole sie am Abend bevor ich sie brauche einfach raus und lasse sie im Kühlschrank auftauen. Die Hefe leidet überhaupt nicht unter diesem Prozess.

Hefe selber machen

Ich kann euch übrigens diese Eiswürfelform empfehlen. Die Deckel halten super darauf, nichts läuft aus und dank dem Silikonboden kann man Würfel für Würfel einfach herausdrücken.

Welcher Menge entspricht die nachgezüchtete Hefe?

Wie ihr sehen könnt, reicht die oben angegebene Menge an Zutaten für ungefähr neun Würfel des Eiswürfelbehälters. Ich habe gleich noch mehr angesetzt, da es so einfach nebenbei gemacht werden kann und ich mir so für die kommenden Wochen einen schönen Vorrat anlegen kann.

Nach einem ersten Test kann ich sagen, dass bei mir ein Würfel der selbst hergestellten Hefe etwa einem halben Würfel frischer Hefe entspricht. Was ihr allerdings beachten müsst, diese vermehrte Hefe verhält sich ganz anders bzw. deutlich langsamer. Wäre sonst auch zu einfach, oder?

Wie lange muss vermehrte Hefe gehen?

Ich habe gleich am nächsten Tag einen Würfel aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Ich habe den Würfel erst einmal in einem hohen Gefäß auftauen lassen, dann einen Teelöffel Zucker hinzugegeben und dann 200ml warme Milch, die ich für mein Osterbrot Rezept benötigte. So…da wartete ich nun. Ich wartete eine Stunde, und es passierte nichts. Also goss ich die Mischung einfach zum Mehl und machte meinen Teig wie sonst auch.

In der Hoffnung der Teig würde aufgehen, wartete ich eine Stunde, dann zwei, dann drei. Er stand in der Küche, auf dem warmen Fußboden, eine Weile sogar abgedeckt in der Sonne, doch nichts tat sich. Irgendwann war ich kurz davor den Teigklumpen in die Tonne zu hauen. Wir machten uns auf zum Spazierengehen. Wir waren mehr als drei Stunden unterwegs. Als wir zurückkamen war der Teig plötzlich aufgegangen. Er hatte sich tatsächlich verdoppelt. Mein Gesicht hättet ihr sehen müssen, ich war so glücklich, denn ES FUNKTIONIERT TATSÄCHLICH. Man muss eben nur etwas mehr Zeit mitbringen.

Nachdem ich in meiner ganzen Verzweiflung zwei weitere Würfel aufgetaut hatte, musste ich auch diese noch verarbeiten. Ich machte also direkt einen Brotteig, der noch wartet aufzugehen, aber auch dieses Ergebnis präsentiere ich hier noch, alles in Bildern. Von der Gehzeit würde ich also immer empfehlen, den Teig abends anzusetzen um ihn am nächsten Morgen oder mittags in den Ofen zu schieben. Besser als gar keine Hefe, oder?

Noch dazu sagt man, dass diese Hefe oft viel bekömmlicher ist als frische Hefe, wobei ich nie Probleme hatte. Zudem riecht es nicht so intensiv. Eines merke ich allerdings gerade, der Duft des Osterbrots welches gerade aus dem Ofen kommt, ist genauso toll wie sonst auch!

Viele tolle Heferezepte findet ihr in meiner Kategorie Rezepte. Eben erst habe ich hier ein Brioche- als auch ein Hefe-Hasen-Rezept veröffentlicht. Viel Spaß beim Hefe selber machen und Nachbacken.

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