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Aus dem Leben als Zweifachmami – Zwischen Lachen und Weinen

Ein Urlaub mit zwei kleinen Kindern ist immer eine Herausforderung, ebenso wie die Wochenenden. Wie es wohl mit drei oder vier Kindern ist? Wahrscheinlich ähnlich, wenn die älteren Kinder schon aus der Trotzphase raus sind. Trotzdem bin ich ganz froh aktuell NUR zwei Kinder zu haben. Und vorweg: ICH LIEBE SIE MEHR ALS ALLES ANDERE…und könnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen.

Wenn ich in den letzten Jahren etwas gelernt habe dann, dass Kinder immer in irgendeiner Phase stecken. Klammheimlich rutschen sie von einer in die nächste und da kann mir keiner sagen dass das „genau wie im Buch XY“ ist, denn jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus und bei jedem Kind sind die einzelnen Phasen stärker oder weniger intensiv ausgeprägt.

Felix hatte bis wenige Wochen vor unserem Mallorca-Urlaub eine ganz furchtbare Phase, eine wirklich nervenaufreibende Phase für mich als auch für meinen Mann. Ich war immer wieder froh das Zepter abgeben zu können wenn es mir zu viel wurde und fragte mich zeitgleich wie wohl meine Mutter das als Alleinerziehende mit uns vier Kindern geschafft hat.

Wir waren zwischenzeitlich mit unserem Latein am Ende. Wir hatten alle Bestechungsversuche durch, hatten alle möglichen Drohungen ausgesprochen, oft auch konsequent umgesetzt, Süßigkeitenentzug vollzogen und warteten verbissen auf die nächste Phase. Schlimmer konnte es nicht kommen!

Dann, etwa zwei Wochen vor dem Urlaub nach Mallorca war es soweit. Die Wogen glätteten sich etwas und die Stimmung stieg. Doch selbst im Urlaub brauchten wir an manchen Tagen bis zu zwei Stunden, bis er endlich im Zimmer ruhig schlief. Er war hundemüde, schlecht gelaunt und wollte doch nicht schlafen. Irgendwann beschlossen wir, ihn nicht schlafen zu legen und einfach so lange im Wasser zu plantschen, bis er so müde war, dass man ihn quasi schlafend ins Bett legen konnte.

Am selben Abend oder am Tag danach erscheint alles nicht mehr schlimm, doch in diesen bestimmten Momenten möchte man sich manchmal ins Bad verziehen, Kopfhörer aufsetzen und dem Klang des Meeres lauschen während das eigene Kind mal wieder meint das Haus zusammenschreien zu müssen weil es sich mal wieder einen Schlafanzug anziehen und die Zähne putzen muss. Eigentlich kein Problem meint man als Erwachsener, doch ist es für Dreijährige Grund genug ein Mordstheater daraus zu machen. Und wehe sie sind auch noch hungrig UND/ODER müde…dann ist es aus mit dem Spaß.

Auch im Moment gibt es immer wieder „schlechte“ Tage, die wir einfach nicht so genießen weil uns ein Trotzanfall in die Quere kommt. Für uns heißt das Zähne zusammenbeißen, durch und sich neue mögliche Lösungswege einfallen lassen. Das Leben als Eltern ist wie ein Spiel, doch eine eindeutige Lösungskarte die zum Ziel führt gibt es nicht.

Es sind viele Dinge die uns immer mal wieder stören. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die jetzt noch nichts ausmachen, doch wenn sie älter sind schon. Bitte und Danke ist so ein Thema. Es zu sagen wird bei uns verlangt. Kinder lernen das meiner Meinung nach nicht, wenn man sie nicht anfangs immer wieder darauf hinweist. Da gibt es andere Meinungen dazu, das weiß ich.
Felix bedankt sich sehr schön und sagt auch immer „Bitte“. Was uns jedoch noch fehlt ist die tatsächliche Dankbarkeit für die Dinge. Er bekommt immer mal wieder etwas geschenkt, meist kleine Dinge wie Spielzeugautos, neue Bücher oder anderes, doch sieht er das scheinbar nicht als etwas besonderes, zumindest kommt es uns so vor.

Ihr müsst wissen, dass sein Kinderzimmer ganz normal ist, nicht mit Spielsachen bis unter die Decke, im Gegenteil. Er spielt auch toll mit den Sachen die er hat. Doch kommt etwas neues hinzu, leuchten seine Augen nicht so wie es sein müsste. Im Gegenteil, manchmal hört man ihn in weinerlicher Stimme sagen „Wieso habe ich das bekommen und nicht…“.

Unsere Konsequenz: Wir lassen diese Kleinigkeiten nun ersteinmal sein. Es ist fast so als ob er gewisse Dinge nicht zu schätzen weiß und das muss sich ändern.

Man merkt es vor allem, wenn er mal wieder seine kleinen Ausraster hat. Alle Eltern mit Kleinkindern wissen was ich meine. Sie schreien weil sie nicht schlafen wollen. Sie schreien weil sie müde sind und ins Bett wollen, aber das Zähneputzen dazwischenkommt. Sie schreien weil sie die Zähne putzen müssen. Sie schreien weil sie nur duschen und nicht baden dürfen. Sie schreien weil sie hungrig sind. Sie schreien weil sie nicht mehr essen wollen. Sie schreien weil sie sich anziehen müssen. Sie schreien weil sie nicht das Wunsch-T-Shirt anziehen können. So könnte ich ewig weitermachen…für Kinder in dem Alter gibt es genug Ungerechtigkeiten die sie zum Ausflippen bringen.
Einerseits natürlich toll, dass unsere Kinder keine anderen Probleme kennen, andererseits natürlich immens anstrengend für uns Eltern.

In welcher Phase er jetzt steckt? In der „Ich höre nicht was Du sagst“-Phase, gepaart mit der „Ich mache alles alleine, auch ohne Dich!“-Phase, durchzogen von der „Ich habe ständig Bauch-, Bein- und Herzweh“-Phase.
Unser kleiner Hypochonder hat direkt Schmerzen wenn ihm was nicht passt.
Wie wir mit all den Phasen und Konflikten umgehen? Manchmal etwas entspannter, mal weniger. Ja, wir werden auch häufiger laut, aber in gewissen Zeiten geht das gar nicht anders, vor allem wenn der Sohnemann auch nach der fünften Wiederholung nicht reagiert.

Wir drohen nur noch mit Dingen die wir zur Not tatsächlich umsetzen können, ohne dass es uns das Herz bricht, und allen voran reden wir viel. Wir erklären ihm alles. Wir erklären ihm was wir von ihm wollen und wieso. Wenn wir sauer sind sagen wir wieso und vor allem klären wir den Streit immer auf. Wir gehen nie im Bösen schlafen, versöhnen uns noch, geben immer einen Gutenacht-Kuss und sagen ihm wie sehr wir ihn lieben.

Max schaut in „brenzligen“ Situationen nur gespannt zu und wartet ab was als nächstes passiert. Wenn ich ihn so entspannt sehe, während bei uns mal wieder Theaterstimmung ist, denke ich immer an etwas das ich mal gelesen habe. Und zwar, dass die ersten Kinder es nicht einfach haben, denn sie sind wie Testkaninchen. Sie kommen zu uns Anfänger-Eltern die selbst erstmal lernen müssen mit diesen Situationen umzugehen. Und genau so ist es!

Ich selbst merke, dass ich bei Max kaum mehr „ausprobiere“. Ich habe gewisse Routinen, die so funktioniert haben und auch weiterhin funktionieren. Man weiß schon eher wie was läuft und führt diesen Standard weiter.
Viele Dinge laufen natürlich ganz anders, denn jedes Kind hat seinen ganz eigenen Kopf. So muss man die Kinder auf unterschiedliche Weise in die gewünschte Richtung lenken. Beim zweiten wissen wir hingegen wie genau die Richtung aussieht, das Grundgerüst der Erziehung steht, und alle müssen sich an die Regeln halten.

Seht ihr das ähnlich?
Ich finde zum Beispiel auch nicht, dass ich mich beim ersten Kind „entschuldigen“ muss, dass es nicht mehr die komplette Aufmerksamkeit hat wie ein Einzelkind. Scheinbar fühlen manche so. Ich nicht!
Im Gegenteil: Felix hat einen Bruder und Kumpel gewonnen. Den beiden – so klein Max auch noch ist – wird nie langweilig. Sie lachen so viel zusammen.

Felix hatte drei Jahre als Einzelkind und nun wächst er in der Rolle des großen Bruders noch schneller.
Max gegenüber hatte ich zeitweise tatsächlich ein schlechtes Gewissen, was aber eigentlich Quatsch ist. Ich fühlte mich schlecht weil ich ihm nicht die Aufmerksamkeit entgegenbringen konnte die Felix in seinem Alter genossen hat, aber das ergibt sich aus der Tatsache dass jetzt zwei Kinder da sind. 
Andererseits wird Max einige Vorzüge genießen die sein Bruder nicht hat bzw. hatte. Der große Bruder schaufelt meist einen Weg frei, und die kleinen laufen dann hinterher, mit deutlich weniger Hindernissen.
Wir Eltern sind beim zweiten Kind lockerer und entspannter. Mal sehen was die kommenden Monate und Jahre bringen!

Das Leben als Zweifachmami - Kleinkind in der Trotzphase und Baby

One Comment

  • Johanna Harlacher

    Schön, gestern Abend hatte meine Tochter (2,25Jahre alt) einen 30min Zornanfall weil sie duschen u nicht baden sollte. Gut dass mein Mann dran war, denn ich lag im Bett u versuchte nicht zu erbrechen. Schwangerschaftsübelkeit. Warum tun wir das, warum leiden wir bewußt u wollen Kinder?
    Kinder sind das Schönste auf der Welt! 🙈

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