Das Berghotel Schlossanger Alp – Unsere Erfahrung und der Familientest

Wer uns bisher ein wenig auf unseren Reisen begleitet der weiß, dass wir unheimlich gerne unsere freie Zeit in den Bergen verbringen. Flüsse, Bäche, Wald, Wildblumenwiesen ein wenig Sonne und eine Alm auf unserem Weg, mehr brauchen wir nicht um uns zu erholen. Wir waren in den letzten Jahren meist in Österreich unterwegs und haben wunderschöne Ecken entdeckt.

Das Berghotel Schlossanger Alp - Unsere Erfahrung und der Familientest

Umso schöner war es, als wir diesmal eine Einladung ins Allgäu erhielten. Für uns, die im Münchner Osten wohnen, ist das Allgäu noch recht jungfräuliches Gebiet. Der erste Streifzug durchs Internet, auf der Suche nach Ausflugszielen öffnete mir immer mehr die Augen. Es war definitiv an der Zeit diese Ecke Bayerns zu entdecken.

Diesmal ging es ins Berghotel Schlossanger Alp bei Pfronten. Der Weg dorthin führte uns vorbei an kleinen und größeren Seen, immer weiter in Richtung der Berge. Das letzte Stück Straße wahr etwas holpriger und verlief durch den Wald, nur wenige Meter und schon standen wir vor unserem Hotel. Eine Mischung aus Hütte und Hotel, in einem wunderschönen Kessel gelegen, umrahmt von Berggipfeln. Die Vorfreude stieg!

Die hintere Gartensuite

Gleich zu Beginn wurden wir durch das Hotelrestaurant in unser Zimmer geführt. Eine kleine Suite mit Terrasse und Garten.
Die Gartensuite war von der Größe her perfekt für uns vier. Sie war aufgeteilt in ein Schlaf und Wohnzimmer, in dem die Betten für die Kinder aufgestellt waren. Für Max hatte man ein Reisebett aufgestellt und Felix durfte die zwei Nächte auf einem kleinen Kinderbett aus Holz schlafen.

Theoretisch hätte man auch das Sofa ausklappen können, doch wollte man uns den Platz nicht nehmen. Hier hatte jemand mitgedacht!
Der verbleibende Platz im Wohnzimmer wurde tatsächlich zum Bespielen gebraucht. Abends wurden hier die Spielzeugautos ausgepackt oder auf der breiten Fensterbank gemalt. Dass der Raum keine Tür hatte merkte man lediglich nachts, wenn man sich die Hände waschen musste, denn das Waschbecken lag ums Eck. Die Kinder schliefen allerdings immer so tief, dass sie davon nicht gestört wurden.

Unser Schlafzimmer war schön groß und gemütlich. Es wartete ein schönes großes Doppelbett mit stimmungsvoller Beleuchtung. Hier wurde das Moderne mit dem Traditionellen kombiniert und ein schöner Rückzugsort geschaffen. Zwischen Schlaf- und Wohnzimmer befand sich das Waschbecken und die großzügige Dusche. Direkt am Eingang war die Toilette. Für eine Familie mit zwei Kindern ist die hintere Gartensuite perfekt, nicht jedoch für zwei Pärchen, da man sich sonst beim Duschen zusehen kann.

Vom Wohnzimmer aus kommt man auf die Terrasse auf der man es sich auf zwei Liegen bequem machen und den Blick ins Grüne genießen kann. Wenn die kleinen Kinder abends im Wohnzimmer schlafen, kann man auch aus dem Schlafzimmerfenster steigen, da dieses tief genug ist. Perfekt also um bei warmen Temperaturen draußen noch ein Glas Wein zu genießen.

Außenpool und Spa-Bereich

Toll ist ebenfalls der direkte Zugang zum Außenpool, den man von den Gartensuiten hat. Vom Garten kommt man direkt an den Pool indem man ein paar Schritte den Hang hinunterläuft. Dort erwartet einen ein schöner großer beheizter Pool mit ausreichend Liegen und einem wunderschönen Alpenpanorama. Es war wirklich ein Vergnügen bei den warmen Temperaturen ins Nass zu springen. Dieses war auch nicht zu warm, so dass es in jedem Fall eine Erfrischung war.
Wir konnten problemlos mit den Kindern plantschen und die Zeit genießen. Besonders war auch die große Wasserfall-Dusche und die Whirlpool-Funktion im Pool interessant, sowohl für uns als auch die Kinder, die an beidem ihren Spaß hatten.

Erst ein herannahendes Gewitter zog uns ins Innere. Hier fanden wir neben den Saunen und Ruheräumen einen schönen Whirlpool vor, mit farbig wechselnden Lichtern. Dieser war groß genug für uns vier und machte mir den Gedanken an einen Whirlpool im eigenen Garten schmackhaft. Wären die Kinder nicht gewesen hätten wir noch besser entspannen können, doch sie hatten so viel Spaß an den Blubberblasen und wechselnden Farben des Wassers, dass es ein Vergnügen war sie zu beobachten.

Restaurant und Genuss-Terrasse

Unser Aufenthalt inkludierte ein reichhaltiges Frühstück, eine Jause (Brotzeit) am Nachmittag und ein Abendmenü für uns Erwachsenen.
Das Frühstücksbuffet war reich bestückt mit vielen regionalen Speisen. Frischer Joghurt, Birchermüsli, Käse aller Art und natürlich auch Wurst und Speck aus der Region. Für Genießer gab es zudem allerlei Antipasti, Lachs und andere typische Frühstücksspeisen. Für die süßen Schleckermäuler wurden hausgemachte Marmeladen, eingelegtes Obst und frische Früchte bereitgestellt, ebenso wie Müsli und verschiedene Sorten Cornflakes.
Ich genoss zu meinem Frühstück wie immer eine Tasse Cappuccino und die Jungs tranken Säfte und Kakao. Das Brot konnte man selbst aufschneiden und sich aus einer Variation an Semmeln bedienen. Mit einem prall gefüllten Korb mit Brot und süßem Gebäck starteten wir wirklich gut in den Tag.

Nachmittags, von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr, kann man im Hotel jausen. Das bedeutet, dass man eine schöne Auswahl an Wurst und Käse vorfindet, ebenso wie Kuchen und Gebäck um es sich mit einer dazu passenden Tasse Kaffee auf der Terrasse gemütlich zu machen. Die Genuss-Terrasse, wie ich sie nenne, ist schön groß und bietet allen Gästen Platz. Hier kann man die Natur genießen und den Kuhglocken in nicht allzu großer Ferne lauschen. Ich bin ja der Meinung, dass Essen an der frischen Luft nochmals besser schmeckt. Nur auf einer kleinen urigen Alm, hoch oben am Berg schmeckt es immer am besten.

Was nicht standardmäßig inkludiert ist, ist das Abendessen. Ab 18.00 Uhr kann man im Restaurant ein Menü aus drei Gängen oder alternativ ein Gericht à la carte genießen.
Wir entschieden uns an beiden Abenden für das Menü, da dies sehr ansprechend klang. Die Kinder durften sich etwas von der Kinderkarte aussuchen und entschieden sich – wie sollte es auch anders sein – für Schnitzel mit Pommes. Etwas das es bei uns zuhause so gut wie nie serviert wird ist natürlich immer besonders beliebt wenn wir unterwegs sind.
Das Menü bestand aus einer Vorspeise, einem Hauptgericht und einem Dessert. Letzteres war immer besonders köstlich, ein Lob an die Patisserie!
Natürlich konnten wir die Kinder nicht ohne Nachspeise gehen lassen, also gab es auch für sie jeweils noch eine Kugel Eis. Nicht irgendein Eis, nein, selbstgemachtes Blaubeereis…zum Hineinlegen, es war köstlich und die Jungs genossen sichtlich jeden Löffel!

Ein Tipp unsererseits: Beim Abendmenü werden grundsätzlich Pausen zwischen den Gängen eingeplant. Wir baten am zweiten Abend, diese auszusetzen, damit wir zeitgleich mit den Kindern essen konnten und sie letztlich nicht mehr lange auf uns warten mussten. Einfach eurer Bedienung Bescheid geben, das sollte kein Problem sein.

Kinder auf der Schlossanger Alp

Oben habe ich ja bereits geschrieben, dass sowohl die Zimmer für kleine Familien mit Kindern perfekt sind, als auch der Pool die perfekte Abwechslung bietet. Auch sonst hat man zahlreiche Möglichkeiten die Kinder zu bespaßen. Draußen, auf dem riesigen Gelände der Schlossanger Alp steht ein großer Spielplatz mit Spiel- und Klettergeräten aus Holz, einer Nestschaukel und einer Rutsche. Diese könnte höchstens mal einen neuen Anstrich vertragen, tut dem Bild aber keinen Abbruch.
Das Spielgelände ist groß und dank des Mulch-Bodens können sich die Kinder auch nicht wirklich wehtun. Nach dem Frühstück liefen die Kinder direkt raus in den Garten, denn wir konnten sie vom Fenster aus problemlos sehen. Generell ist der Garten perfekt für Kinder, da bis auf den Spielplatz keine Gefahren lauern. Der Pool ist weiter unten am Hang und der Weiher ein ganzes Stück entfernt vom Restaurant. Die Jungs konnten somit in der Sonne herumsaußen, klettern und spielen.

Ein Highlight, auch für mich, waren die Kettcars die direkt vor dem Hotel parken. Ich bin gefühlt 100 Jahre kein Kettcar mehr gefahren und die Jungs boten mir die perfekte Gelegenheit wieder damit zu starten. Ich schnappte mir eines davon, setzte Max auf meinen Schoß und los ging es. Wir hatten beide unseren Spaß und sind über den Parkplatz, und die Gartenwege gefahren. Das letzte Stück ging immer leicht bergab. Jetzt hieß es „Anlauf und ja nicht bremsen!“. Eine tolle Idee für Kinder (jeden Alters) bei einer Lage wie dieser.

Auch bei Regen gibt es eine Alternative, ein Stockwerk tiefer. Hier wurde ein Zimmer zum Spielzimmer gemacht, mit einem kleinen Parcours auf Stelzen aus Holz. Der Raum ist mit Teppich ausgelegt und eignet sich somit für kleinere Kinder. Ein halbes Stündchen können die Kinder sich hier beschäftigen, ausreichend Zeit um Pausen beim Essen zu überbrücken.

Unser Fazit

Dieses Berghotel eignet sich bestens für eine Auszeit. Stress, Hektik, To-Do-Listen und anderes ist hier schnell vergessen. Entsprechend entspannt kann man hier viel erleben und die Natur genießen. Das Hotel ist keine zwei Stunden von München entfernt, somit auch perfekt für einen Kurzurlaub über’s Wochenende. Wer aktiv sein möchte kann wandern oder Mountainbiken, und wer einfach etwas Entspannung braucht kann den ganzen Tag am Pool verbringen.
Wie es natürlich zu dieser Jahreszeit sein muss, haben hier auch mehrere Pärchen ihre Hochzeit gefeiert. Standesamtliche Hochzeiten im kleinen Kreis mit Empfang, gemeinsamen Frühstück und herrlich entspannter Atmosphäre. Interessant war, dass wir davon nicht viel mitbekommen haben, da es sich recht gut verlaufen hat, was ebenfalls für das Hotel spricht.

Das Allgäu selbst hat einiges zu bieten, für Jedermann. Wir waren an einem Tag im Walderlebniszentrum Ziegelwies und verbrachten nach dem Check-Out noch den halben Tag am wunderschönen Hopfensee, nur wenige Minuten vom Hotel Schlossanger Alp entfernt. Alles in allem war es ein sehr erholsamer Kurzurlaub, perfekt zum Auftanken!

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