Holzhotel Forsthofalm – Unsere Erfahrung zum Natur- und Lifestyle-Hotel

Ihr braucht eine Auszeit vom Alltag? Wer braucht das denn nicht ab und zu? Besonders Eltern wünschen sich das häufiger. Ich finde das besonders wichtig, sowohl für die Seele, die Beziehung als Paar und auch für die Kinder. Ja, auch die Kinder genießen manchmal ein wenig Zeit ohne die Eltern, vor allem wenn sie bei Oma und Opa einfach mal machen können was sie wollen. Umso mehr freut man sich wieder auf die Zeit als Familie.

Anfang Mai bekamen wir die Möglichkeit auf eine Auszeit im Salzburger Land. Im Holzhotel Forsthofalm in Leogang, verbrachten wir drei entspannte Tage. Wir konnten ausschlafen, die Natur und gutes Essen genießen und uns einfach mal nur um uns selbst kümmern.

Holzhotel Forsthofalm - Unsere Erfahrung zum Natur- und Lifestyle Hotel

Forsthofalm – Die Philosophie

Aus der Alm, auf der anfangs nur 40 Gäste bewirtschaftet werden konnten, wurde 1982 ein großes Restaurant, mit Platz für 160 Personen. Nach und nach kamen Gästezimmer hinzu. Nach einem Brand 1996, ergriff die Familie die Gelegenheit, alles komplett zu renovieren und wieder aufzubauen.

Forsthofalm Geschichte
(Ein Restaurant im ursprünglichen Teil der Alm)

2008 war dann der Durchbruch und die Entstehung des Vollholzhotels. Markus Widauer, der Inhaber des Hotels den wir persönlich kennenlernen durften, hatte die Vision eines Holzhotels und setzte diese in die Realität um. Eine riskante Investition in Zeiten in denen an jeder Ecke Hotels mit einer nachhaltigen Vision entstehen. Erst 2013, nach fünf erfolgreichen Jahren, entstand der zweite Teil des Neubaus.

Forsthofalm Garten Terrasse

„Natur ist Freiheit“ – diese Philosophie spürt man in jedem Eck des Hotels, welches wunderbar zwischen Wäldern und Almwiesen eingebettet liegt.

Recht hat Markus mit seiner Aussage, dass zwar viele Hotels mit Nachhaltigkeit werben, jedoch nur sehr wenige dies konsequent umsetzen. Es reicht nunmal nicht, nur bei den Speisen auf Nachhaltigkeit und Regionalität zu setzen. Es ist zwar ein Fortschritt, doch um sich tatsächlich als „grünes“ Hotel hervorzuheben muss man einiges mehr tun als das. Die Forsthofalm darf sich zurecht ein grünes Hotel nennen und zeigt wie es eben doch geht, ohne dass der Gast auf den gewissen Luxus verzichten muss.

Wir staunten nicht schlecht, als wir hörten wie und wo genau der grüne Gedanke umgesetzt wurde.

Forsthofalm Design

Angefangen von der Niedrig-Energie-Bauweise mit perfekter Wärme- und Lärmdämmung, auf die ich weiter unten nochmals eingehe, bis hin zur Energiegewinnung durch Photovoltaik und Biomasse. Die Holzbauweise ermöglicht noch weitere wichtige Aspekte wie die besonders gute Abschirmung hochfrequenter Strahlung oder der Erdbebensicherheit. Holz ist massiv und flexibel zugleich. Holz lebt weiter, bewegt sich und passt sich den Gegebenheiten an, anders als Ziegel oder Beton.

Forsthofalm Leogang

Dieses Hotel wird dank der Vollholz-Bauweise Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte überstehen. Sollte es, aus welchem Grund auch immer, zerstört werden, entsteht zumindest kein Müll.

Forsthofalm – Das Versprechen

Wichtig ist dem Inhaber auch, dass das Hotel nicht nur als Vorreiter für nachhaltigen Urlaub gilt, sondern auch der Lifestyle-Gedanke gelebt wird.
Lifestyle im Sinne von Genuss, Design, Aktivität und Entspannung immer auf Luxus-Niveau. Wer das Hotel besucht spürt den Luxus, dies kann die Ruhe, Zeit oder Natur sein, ebenso wie die kulinarischen Highlights im Restaurant, das puristisches Design auf allen Ebenen des Hotels, das prall gefüllte inkludierte Sport- und Aktivitätenprogramm und das großzügige Panorama-Spa mit viel Raum für jeden Freigeist.

Man soll sich hier Erholen und Runterkommen, sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Jeder macht das auf unterschiedliche Art und Weise und findet hier die Möglichkeiten dazu.

Unser Zimmer – Klein Eden Zirbe

Wir wurden in einem wunderschönen Zimmer untergebracht, genauer im Klein Eden Zirbe. Die 35m2 hatten es in sich und waren größer als wir gedacht hätten. Das Zimmer wirkte für uns zwei wunderbar groß und geräumig. Der Blick auf die gegenüberliegenden Gipfel war atemberaubend. Dank unserem großen überachten Balkon konnten wir die Aussicht und die gleichzeitig die Wärme der Sonne genießen. Der Wind rauschte um die Baumspitzen und die Vögel sangen von früh bis spät, wir waren angekommen!

Forsthofalm Zimmer Preise

Im Zimmer gab es ein großes Doppelbett, mit sehr bequemen Matratzen. Eine kleiner Tisch mit maßgefertigter Eckbank lud zum Kartenspielen ein. Vor dem großen Panoramafenster stand ein Sofa für zwei Personen. Man blickt auf den Balkon, auf dem ein Tisch mit zwei Stühlen für einen gemütlichen Wein am Abend bereitstehen, dahinter die Pracht der österreichischen Berge. Der Stil des Zimmers ist modern und naturbelassen zugleich. Hier trifft traditionelle Schreinerarbeit auf die Schönheit der Natur.

Forsthofalm Zimmer

Selbst im Bad war das meiste aus Holz, teilweise natürlich mit Fließen verkleidet, alles sehr geschmackvoll.

Forsthofalm Bad Zimmer

Die Zimmer – Bauweise und ökologischer Gedanke

Nicht nur die Eckbank, so gut wie alles in diesen Zimmern ist vom Schreiner maßgefertigt. Alles ist aus Holz, das Bett, die Bänke, die Schränke und auch die Wände um einen herum. Man mag es kaum glauben, doch nicht nur das Bett, die Schränke oder Bänke sind aus Holz, auch die Böden, Decken und Wände wurden ausschließlich aus Mondholz(*) erbaut. Nicht ein einziger Metalnagel steckt in den Wänden, da die Bretter ausschließlich durch Holzdübel zusammengehalten werden.

(*)Mondholz wird entsprechend des forstwirtschaftlichen Mondkalenders gefällt. Meist ist dies um Weihnachten herum oder Anfang März, jeweils bei abnehmendem Mond, kurz vor Neumond. Mondholz gilt als besonders stabil, widerstandsfähig, hart, feuerbeständig, haltbar und resistent gegen Schädlinge.

Wir haben uns erklären lassen, dass zu aller erst durch die ca. sieben Holzschichten ein Loch gebohrt wurde. Die Holzdübel wurden vor dem Hineinschlagen in Wasser und Stärke eingelegt. Die Dübel saugen sich somit erst etwas mit dem Wasser-Stärke-Gemisch voll und werden anschließend in die Wände geschlagen. Im Holz quellen diese Dübel weiter auf und halten die Holzbretter für immer zusammen. Eine unglaublich intelligente, ökologische und gleichzeitig einfache Bauweise.

Forsthofalm Suite

Durch die Vollholz-Bauweise spart man sich etwa 70% der Heizkosten. Das Holz speichert die Wärme und schluckt zudem die Geräusche. Tatsächlich bekommt man nichts von oben oder den Zimmern nebenan mit. Der Boden ist ohne Heizung immer schön warm und auch sonst brauchte es zu der Jahreszeit, trotz der nächtlichen Temperaturen von unter 10 Grad, keine Heizung. Im Gegenteil, wir hatten die Balkontür nachts geöffnet um die klare Bergluft ins Zimmer zu lassen.
Wissenschaftler belegen sogar einen besonders tiefen, entspannten und ruhigen Schlaf in Holzhäusern, was ich so in jedem Fall bestätigen kann.

Vorzüglich Essen im Hotelrestaurant KUKKA

Ein Hotel ohne gutes Essen würde von mir niemals eine Empfehlung bekommen. Zum Glück habe ich bisher immer nur sehr gut in Hotels gespeist. Gleiches gilt für das Holzhotel Forsthofalm. Von Früh bis Spät kann man im Restaurant KUKKA, was im skandinavischen „Blume“ bedeutet, wunderbare kulinarische Glücksmomente erleben.

Das Frühstück

Frisch gebackenes Brot und frische Semmeln. Besser kann man nicht in den Tag starten als mit einem ausgewogenen und vielfältigen Frühstück. Ich bin ja sowieso so ein absoluter Frühstücksmensch, eine Leidenschaft die ich mit meinem Mann teile. Wir haben das reichhaltige Buffet besonders genossen. Es gab alles, angefangen von regionalen Wurst- und Käseprodukten, über eine riesige Müslivariation und allerlei Zutaten um sich selbst das perfekte Müsli zu mischen, bis hin zu frischen Eierspeisen die frisch für jeden Gast zubereitet werden. Mein Mann bestellte sich jeden Morgen Eier oder ein Omlett. Sogar frische Pancakes und Waffeln gab es, mit Schokosauce oder Ahornsirup, herrlich!

Forsthofalm Frühstück

Die Jause

Die Jause, oder für manche eben „Brotzeit“, bestand aus einem Buffet. Zur einen Seite gab es herzhafte Snacks und zur anderen die süßen Speisen. Auf der herzhaften Seite fand man eine Variation an köstlichem Käse, Speck, diversen Antipasti, frischem Brot und ein oder zwei warmen Speisen wie beispielsweise Suppe oder einem leckeren Eintopf.
Die Süßspeisen sahen auch immer besonders lecker aus. Wir bekamen eine sehr gute Auswahl an Blechkuchen mit saisonalen Früchten, und oftmals auch verschiedene Cremes und Pudding. Dazu brauchte ich nur noch eine Tasse leckeren Cappuccino um das wunderbare Bergpanorama in vollen Zügen zu genießen. Den Cappuccino kann ich im Übrigen sehr empfehlen, ich hatte unzählige Tassen in diesen drei Tagen, der Barrista kann sein Handwerk.

Das Abendessen

Jedes Brot, welches im Hotel serviert wird, wird selbst zubereitet und in den großen Öfen im Restaurant frisch gebacken.
Abends gab es als Appetizer immer ein ganz außergewöhnliches Brot, beispielsweise mit Bockshornklee, Kürbis oder anderen köstlichen Zutaten die im Brot erst richtig zur Geltung kommen. Dazu bekamen wir frische Butter, ganz klassisch und auch eine mit Kräutern. Wir mussten aufpassen uns nicht schon am Brot satt zu essen, denn das Menü das folgte war wirklich immer sehr lecker. Wir konnten aus verschiedenen Bestandteilen wählen und so gab es auf der Karte auch immer eine vegane Variante. Veganer sind in diesem Hotel ebenfalls sehr gut aufgehoben, denn immer wird auch eine vegane Alternative geboten, ganz egal wann man essen möchte.

Ich genoss an den Abenden zartes Lammfleisch, wunderbare Bärlauchknödel mit Parmesan und andere Köstlichkeiten. Zudem konnte man sich vorab am Vorspeisenbuffet bedienen. Es gab Käse, Antipasti und verschiedenste Zutaten für den perfekten Salat. Am zweiten und dritten Abend hielt ich mich jedoch etwas zurück, da ich wusste, welch großes Menü mich erwartete.

Forsthofalm Essen

Wie auch bei jedem anderen Essen auf der Forsthofalm kommen fast ausschließlich regionale und saisonale Zutaten auf den Tisch. Eingekauft wird meist auf umliegenden Höfen und etwa 70 Prozent der Lebensmittel sind aus biologischem Anbau. Diese Qualität schmeckt man. Hinzu kommt eine Prise ausgefeilt kombinierter Zutaten und schon hat man ein köstliches Gericht vor sich stehen. Wir lieben es Dinge zu essen, die wir uns sonst im Alltag nicht zubereiten, da es sehr aufwändig ist. Es war immer ein Fest für unsere Geschmacksknospen.

Forsthofalm Büffet

Das Panorama-Spa

Wenn wir gerade nicht beim Essen oder in der Natur waren, genossen wir das Spa im obersten Stockwerk des Hotels. Hier wurde ein wunderbares Wellness-Refugium erschaffen. Eine architektonische Meisterleistung aus Holz und Glas. Jeder Raum ist hell und bietet einen uneingeschränkten Blick auf die Berge. Egal wo man sitzt oder liegt kann man die Natur auf sich wirken lassen, die vorbeiziehenden Wolken und die mitschwingenden Bäume beobachten und einfach mal alles vergessen. An diesem Ort wirkt alles was sonst schwer auf einem lastet wie ein kleiner Tropfen. Man bekommt einen klaren Kopf und kann seinen Ideen Raum geben.

Forsthofalm Spa

Ich bin genau der richtige Gast für diese Umgebung. Ich brauche manchmal nur etwas Abstand um wieder Klarheit in meinem Kopf zu schaffen. In der Hektik des Alltags kann man sich diesen Raum oft nicht schaffen. Mehrere unterschiedlich gestaltete Ruheräume bieten Platz sich auszuruhen, zu schlafen, zu kuscheln oder einfach nur ein gutes Buch zu lesen. Es ist still, aber nicht unangenehm still, wofür vielleicht auch das Holz verantwortlich ist.

Der beheizte Pool befindet sich außen. Hier kann man bequem seine Bahnen ziehen. Obwohl das Hotel gut gebucht war, hatten wir den Pool meist für uns alleine. Der Wind ging leider zu stark, somit konnten wir nicht die Liegen auf dem Sonnendach testen. Bei wärmeren Temperaturen kann man sich hier sicher wunderbar aufhalten.

Forsthofalm Pool

Besonders in der kalten Jahreszeit sind sicherlich die Saunen, das Dampfbad und die Infrarot-Kabine noch begehrter als bei diesen nun sommerlichen Temperaturen.

Energy, Brain, Love, Muscle and Soul – Die Spa-Philosophie

Wer in der Forsthofalm eine Behandlung bucht muss erst einmal für sich selbst herausfinden, was genau er möchte. Durch unterstützende Fragen kann man schnell herausfinden, welchem „Mood“ die Behandlung entsprechen soll. Vor allem sollen hier auch die Sinne mitentscheiden, weshalb auch mit passenden Düften gearbeitet wird. Je nachdem welcher Duft einen mehr anspricht, wird die Massage geplant. Viele der Öle und Cremes wurden selbst entwickelt und teilweise vor Ort hergestellt, aus Bergkräutern, Blumen und Früchten. Ich beispielsweise entschied mich für eine Mischung aus frischer Zitrone und Minze, das sprach mich besonders an.

Markus’ Schwester Claudia hat das Spa-Konzept entwickelt und arbeitet zusammen mit ihren Mitarbeitern wöchentlich das Mountain Life Programm. Dieses beinhaltet verschiedenste Yoga-Kurse, Sling-Workouts, Nordic-Walking-Kurse, Meditationsübungen und gemeinsame Themenwanderungen. Weitere Kurse wie Hot Iron, Functional Training oder hochintensives Intervalltraining kommen ebenfalls auf den Plan.

Als wir dort waren wurde sogar ein Kurs angeboten, in dem man lernen konnte Salben und Öle aus Kräutern herzustellen. Leider waren wir zu dem Zeitpunkt beim Wandern und konnten somit nicht teilnehmen, die Idee jedoch gefiel mir gut.

Unser Fazit

Wer den Artikel bis hier hin gelesen hat, der kann sich in etwa vorstellen wie meine Bewertung ausfällt. Uns hat es wirklich sehr gut gefallen. Das Zimmer war spitze, der Service war zu jederzeit top und das Paket als ganzes absolut zu empfehlen. Ich bin zwar (noch) kein Yoga-Mensch, sondern gehe statt dessen lieber in der Umgebung wandern, aber das war hier ebenso möglich. Wir hätten direkt vom Hotel aus starten können, entschieden uns aber für eine Tour, nur fünf Autominuten entfernt.
Für alle die eine Auszeit brauchen, wovon auch immer, sind hier perfekt aufgehoben. Danke an der Stelle an das gesamte Forsthofalm-Team!

Speak Your Mind

*