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5,5 Kilo in 3 Monaten – Ich mag keine Diäten! Das hier jedoch, das klappt BEI MIR!

Ich gebe zu, als mein Mann das erste Mal mit der Idee kam, dass er nun versucht seine ständigen Magenprobleme durch regelmäßiges Fasten lösen zu wollen, war ich skeptisch. Er hatte den Plan, einfach jeden zweiten Tag zu fasten. Er hatte nichts dazu gelesen und kannte auch niemanden der das machte. Nach fast zehn Jahren war dies einfach ein weiterer Test, eine weitere Therapie die helfen könnte. Nach drei Tagen, also an seinem zweiten Fastentag, packte mich der Ehrgeiz, ich wollte mitmachen. Ich las mich auch ein wenig zum Thema Alternierendes Fasten ein und die Erfahrungen dazu waren durchwegs positiv.

Abnehmen ist nur ein positiver Nebeneffekt. Wichtiger sind aber Aspekte wie verbesserte Blutfettwerte, weniger Magen-Darm-Beschwerden, eine bessere Regenaration der Abwehrkräfte und generell eine höhere Fitness.

Was genau ist alternierendes Fasten? – Intervallfasten, tageweise!

Alternierendes Fasten ist eine Art von Intervallfasten, bei dem man den einen Tag ganz normal isst, und am nächsten Tag fastet. Am Esstag sollte man ausgewogen essen, darf aber im Prinzip essen und trinken was man möchte. Am Fastentag hingegen sollte man einfach viel Wasser trinken, ungesüßte Tees und Kaffee ist ebenfalls erlaubt. Ich trinke meinen weiterhin mit einem Schuss Milch, schon seit Beginn an. Brühe darf man – glaube ich – ebenfalls trinken. Die mag ich nur nicht so gern, aber lest euch dazu gerne selbst ein, wenn euch das Thema interessiert.

Ich vergleiche die Art von Diät, denn das ist es natürlich doch irgendwie, mit FDH, also Friss-die-Hälfte. Man setzt einen Tag aus und nimmt dadurch automatisch weniger Kalorien zu sich.

Mein erster Fastentag begann damit, das ich überlegte, ob ich so etwas schon jemals in meinem Leben gemacht hatte. Die Antwort darauf war „Nein“. Ich hatte noch nicht einen Tag in meinem Leben ohne etwas zu Essen verbracht. Was für ein Luxus, wie gut es uns doch geht, nicht wahr?
Mein zweiter Gedanke: Ob ich das wohl durchhalte? Und wenn ja, wie?

Diäten? Davon halte ich nicht viel! Habe schon alles durch.

In den vergangenen Jahren habe ich alles durch. Ich investierte in die Weight Watchers App, nahm damit erst drei Kilo ab und verlor dann die Lust alles in der App festzuhalten. Entsprechend hatte ich auch ein oder zwei Kilo schnell wieder drauf. Ebenso war es bei Apps um Kalorien zu zählen. Ich hielt eine Zeit lang meine Daten fest, dachte nur unentwegt an Essen. Ich verbrachte mehr Zeit damit an Essen zu denken als in Zeiten ohne Diäten. Das konnte doch nicht richtig sein.

Schokoladenentzug habe ich ebenfalls getestet bzw. den Verzicht auf Süßigkeiten. Ich liebe Schokolade, bin diejenige die täglich etwa eine Tafel Schokolade verspeist, wenn nicht mehr. Ich wollte eigentlich gar nicht darauf verzichten, auch nicht auf Kuchen, denn ich stehe einfach auf Rührkuchen und dazu einen tollen Cappuccino, aber was tut man nicht alles um sich wieder wohler zu fühlen. Ja, richtig, hat nichts gebracht!

Auch Nahrung in Pulverform habe ich getestet, natürlich durfte die Almased-Diät da nicht fehlen. Naja, lange hielt ich nicht durch, nach wenigen Tagen lockte der Kuchen und die Schokolade doch wieder und ich brach ab. Irgendwo habe ich die Dose sogar noch rumstehen…

Irgendwann kam der Trend mit dem Intervallfasten. Acht Stunden Zeit zu essen und 16 Stunden lang fasten. Ich fieberte den ganzen Morgen nur darauf hin, endlich etwas zu essen, denn ich hatte das Timing so gesetzt, dass ich mit den Kindern zu abendessen konnte. Die acht Stunden wurden irgendwann immer länger und verschwammen. Somit beendete ich das ganze wieder.

Sport – ja Sport habe ich auch getestet. Fitnessstudios mag ich nicht, ich bin der Typ Mensch der gerne draußen aktiv ist. Früher bin ich mal gelaufen, auch richtig viel, so eineinhalb Stunden ohne Pause, da war ich 18. Auch heute noch schaffe ich meine sechs bis sieben Kilometer in einer Stunde quasi ohne Probleme, aber viel hat das nicht gebracht.
Abgesehen davon, dass ich das aufgrund Zeitmangels und innerem Schweinehund immer nur sporadisch angegangen bin, hat es nicht viel Wirkung gezeigt, zumindest nicht so viel um mich zu mehr Anstrengung zu motivieren. Kurz vor dem Start mit dem alternierenden Fasten bin ich zwei Monate lang sogar zwei Mal wöchentlich gelaufen. Wie immer habe ich mich gut und fitter gefühlt, aber auf der Waage hat es sich nicht gezeigt.

Auch gehe ich unheimlich gerne wandern, laufe problemlos drei Stunden den Berg hinauf und wieder runter. Aber nichts, kein Erfolg absehbar, trotz der tollen Kondition – Frustrierend!

Mein Start, meine Erfahrung und wie sich alles veränderte

Um ehrlich zu sein hatte ich nicht viel Hoffnung mit dem alternierenden Fasten, oder auch intermittierendes Fasten, wie es genannt wird. Zweifel hatte ich vor allem was meine Disziplin anging. Ich hatte schon so unglaublich viel probiert in den letzten Jahren und nichts hat funktioniert. Es ist nicht so, dass ich übergewichtig bin oder war, aber ich fühlte mich schon lange nicht mehr wohl in meiner Haut. Auf Fotos sah ich nur die Ansätze des Doppelkinns und entdeckte auch, das mein Hintern nicht die Form hatte die ich gerne hätte.

Nach der Geburt meines zweiten Sohnes hatte ich immer noch sechs bis sieben Kilo mehr auf den Rippen, als vor den Schwangerschaften. Natürlich kann man das nicht miteinander vergleichen, da sich in acht Jahren – also seit der Geburt meines ersten Sohnes – der Körper natürlich auch stark verändert. Dennoch wollte ich mich nicht mehr in meine Jeans quetschen und hatte auch Lust mal wieder Sachen anzuziehen die mir gefallen und nicht nur die, die meine Röllchen kaschieren.

Und schon ging es los, mit dem ersten Fastentag. Morgens, kein Problem, einfach einen Kaffee trinken. Mittags, kein Problem, ein paar Gläser Wasser, klappt gut. Abends…uhhhh, abends wurde es knackig. Ab 16 Uhr war es schon härter. Aber „hey, die paar Stunden halte ich doch jetzt auch noch durch“. Nachdem wir zu zweit waren, motivierten wir uns gegenseitig.
Tatsächlich ist dieses „jetzt hältst Du das auch noch durch“ genau der springende Punkt, der Ehrgeiz war entfacht.

Endlich denkt man nicht mehr den ganzen Tag an Essen und daran was man nicht essen darf.
Man denkt einfach einmal in der Früh dran, dass heute Fastentag ist, und das war’s. Man kann den ganzen Tag an so viel anderes denken und muss sich keine Gedanken um die Nahrungsaufnahme machen. Abends ist es, auch jetzt nach mehr als drei Monaten, manchmal noch knackig, je nach Tagesform, aber man weiß ja: „Morgen darf ich wieder essen worauf ich Lust habe“.

Der Erfolg? Nach zwei Fastentagen hatte ich bereits ein Kilo abgenommen, trotz meiner Schokolade, und trotz Kuchen. Ich jubelte! Es durfte also weitergehen.

Alternierendes Fasten – Keine Diät, kein wirklicher Verzicht, nur eine Pause für den Körper!

Wie schon gesagt, ich esse Schokolade, Kuchen und all die Dinge weiterhin die ich als Genussmensch gerne esse, aber nicht mehr als zuvor. Ja, an den Abenden der Fastentage hat man einige Gelüste, aber spätestens am nächsten Morgen ist man wieder im ganz normalen Modus. Plante man abends noch, am nächsten Tag gleich in der Früh Pfannkuchen mit Nutella zu essen, hatte man doch nur Lust auf ein ganz normales herzhaftes Frühtück mit Brot und Käse oder Haferflocken mit Honig.

Intervallfasten Erfahrung

Unsere Verabredungen mit Freunden oder der Familie legen wir, wenn möglich, auf Esstage. Einfach damit unser Rythmus beibehalten wird. Wenn es nicht geht, machen wir auch Ausnahmen.

Erst letzten Samstag, an meinem Fastentag, gönnte ich mir abends – ohne schlechtes Gewissen – eine Schweinshaxe. Tagsüber hielt ich durch, doch abends trafen wir uns mit der Familie zum Essen im Restaurant. Lecker war sie, mit einer reschen Kruste und dazu Knödel und Soße. Dann folgte der Esstag und nach einem Fastentag stand da dann ein Plus von 0,4 Kilo. Wir wiegen uns immer am Morgen nach dem Fastentag.

Jedoch schon einen Fastentag später hatte ich mein Gewicht wieder und habe heute an meinem Esstag wieder ganz normal gegessen. Ich habe also insgesamt nicht zugenommen, obwohl ich eine Ausnahme gemacht habe bzw. bin ich sofort wieder bei dem gleichen Gewicht wie vorher.

Wir waren auch schon eine Woche im Urlaub, haben normal gegessen und auch geschlemmt und ich hatte gerade mal ein Plus von 1,1 Kilo auf der Waage. Nach dem Urlaub, stiegen wir wieder in unseren Rythmus ein. Es klappt wirklich super, und ich freue mich jeden Morgen, wenn die Jeans wieder einmal etwas lockerer sitzt.

Alternierendes Fasten – Und was ist mit den Kindern?

Unsere Kinder essen ganz normal, besser noch, ich habe das Gefühl dass ich jetzt sogar abwechslungsreicher koche. Ich koche sehr oft an Tagen an denen ich nichts esse. Manchmal gibt es auch nur eine Brotzeit, gekocht wird bei uns nicht immer, da die Kinder mittags warm in der Schule und in der Kita essen.
Auch gebacken habe ich an Fastentagen schon unzählige Male. Gerade in der Geburtstagszeit war das ein Wahnsinn! Hier musste ich mich nur davon abhalten den rohen Teig zu schlecken, alles andere ging erstaunlich locker.

Jeden zweiten Abend essen wir mit unseren Kindern mit und an unseren Fastentagen sitzen wir entweder trotzdem zu viert am Tisch, und unterhalten uns mit den Kindern, während sie essen, oder sie sitzen in der Küche am Tresen und genießen Abendbrot. Wir sind in jedem Fall bei Ihnen und lassen sie nie alleine essen. Diese Zeit als Familie ist uns weiterhin wichtig, es soll sich für die Kinder nichts ändern.

Felix ist sieben, und Max vier Jahre alt. Wenn ihr sie fragen würdet ob wir immer mitessen, würden sie wahrscheinlich mit „ja“ antworten, denn ich glaube sie haben von unserem Fasten nicht einmal etwas mitbekommen. Wir setzen uns wie immer mit ihnen an den Tisch, nur eben mit einem Glas Wasser statt mit dem Teller. Zudem thematisieren wir das Fasten nicht vor den Kindern, wieso auch? Sie lernen von uns genug über gesunde und ausgewogene Ernährung. Sie essen so wie wir alles, aber alles in Maßen, das ist wichtig!

Intervallfasten – Eignet sich alternierendes Fasten für jeden?

Sicherlich eignet sich diese Art von Diät nicht für jeden, aber man kann es ja mal testen. Keinesfalls würde ich es Schwangeren, stillenden Müttern oder Diabeteskranken empfehlen. Auch sonst sollte man es bei Bedenken mit dem Arzt abklären. Ich erzähle hier nur von meiner Erfahrung, gebe aber keinerlei Empfehlung ab. Dies ist bestimmt nicht die Non-Plus-Ultra-Diät, denn die gibt es schlichtweg nicht. Jeder ist anders, jeder reagiert anders!

Verwundert war ich jedoch, dass ich – die seit ihrer Pubertät unter Kreislaufproblemen leidet – keinerlei Probleme in den drei Monaten hatte. Ich bin in meinem Leben schon unzählige Male umgekippt, aber seit September war überhaupt nichts in die Richtung zu bemerken.

Alternierendes Fasten Erfahrung

Intervallfasten Erfahrung

Jetzt, nach nicht einmal drei Monaten habe ich fünfeinhalb Kilo Gewicht verloren, davon waren alleine vier Kilo reines Fett. Seit März diesen Jahres habe ich ganze sieben Kilo verloren, das meiste jedoch erst nach Beginn des Intervallfastens.
Meine Waage misst auch Körperfett und andere nützliche Werte. Mein BMI am heutigen Tag ist bei 21,3 – für meine Altersklasse (32) liegt dieser bei normalgewichten Frauen zwischen 20 und 25. Nur für euch zur Info, falls ihr euch an diesem Wert orientiert.

Wir machen das weiter, mal sehen wie lange oder ob wir es irgendwann nur auf Montag, Mittwoch und Freitag beschränken, das steht noch nicht fest. Aktuell hat sich ein toller Rythmus eingespielt, und tatsächlich brauche ich jetzt fast diesen Tag Pause. Ich genieße ihn und mache Dinge in der gewonnenen Zeit, zu denen ich sonst nicht komme.

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung und eure Erfahrungen dazu. Hinterlasst gerne einen Kommentar!

One Comment

  • Sabine

    Ein motivierender Erfahrungsbericht! Ich wünsche Dir weiterhin viel Durchhaltekraft. Was ich auch noch empfehlen kann als Lektüre: Heilen mit der Kraft der Natur von Prof. Dr. Michalsen. Fasten wird ja schon immer betrieben und er beschreibt die alten Methoden sehr eindrucksvoll.

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