Trocken werden – Tolle Tipps und Erfahrungen zur Windelentwöhnung

Das Töpfchentraining ist immer ein Thema, vor allem unter Müttern. Es gibt diejenigen, die ihren Kinder bereits nach wenigen Monaten die Windel abgewöhnen und dann gibt es diejenigen, die zwei bis drei Jahre mit der Windelentwöhnung warten. Ein Kind das noch Windeln trägt muss zwar regelmäßig gewickelt werden, doch zumindest geht (in der Regel) nie etwas daneben.

Irgendwann jedoch ist es soweit, dann müssen die Kinder lernen auf die Toilette bzw. auf’s Töpfchen zu gehen. Die Kinder werden groß und immer selbstständiger. Auch das Trockenwerden ist Teil des Großwerdens. Oftmals ist dies sogar eine Bedingung seitens der Kindergärten, die nicht noch zusätzliche Ressourcen für das Wickeln der Kinder einplanen.

Trocken werden - Tolle Tipps und Erfahrungen zur Windelentwöhnung

Wann sollte man das Töpfchentraining beginnen?

Auch bei uns war das ein Faktor, der damals bei Felix dafür gesorgt hat, ihn langsam an das Töpfchen zu gewöhnen.
Bereits mit 1 1/2 Jahren haben die Kinder gemeinsames Töpfchentraining in der Kita geübt. Das sieht meist so aus, dass die Kinder gemeinsam auf die Toilette gehen, sich alle auf ein Töpfchen setzen und somit in der Gruppe mehr Motivation haben ein „erfolgreiches Geschäft“ zu erledigen.

In dieser Phase steckt Max gerade und setzt sich sogar daheim erfolgreich auf sein Töpfchen, wenn wir ihn darum bitten.
Unser Felix hingegen war sehr resistent, ein Sturkopf durch und durch. Er hat es tatsächlich sehr lange geschafft, dieses Töpfchentraining zu umgehen, und stand schon nach kurzer Zeit wieder auf. Ich glaube er hatte Angst sonst zu wenig Zeit zum Spielen zu haben. Zudem ist er sehr ungeduldig, mal mehr, mal weniger. Die anderen Kinder, besonders die Mädchen kamen schon bald ohne Windel durch den Tag.

Da sonst alles mit Felix so entspannt lief und er sich wirklich toll entwickelte, sahen wir das mit der Windel nicht als Problem und machten auch nicht zu großen Druck. Er war gerade erst zwei Jahre alt, und hatte somit wirklich noch Zeit.

Anders als bei uns gibt es wie gesagt noch diejenigen, die bereits nach wenigen Wochen oder Monaten ihren kleinen Babys die Windel abgewöhnen und ihre Kleinen dann immer auf die Toilette setzen. Das erfordert immens Geduld und Zeit, da man genau auf die Anzeichen achten muss wann das Kind soweit ist, da es ja noch nicht spricht.
Für mich wäre das nichts gewesen, dafür habe ich das erste Jahr zu sehr genossen. Ich habe damals nicht mal im entferntesten daran gedacht meinem Kind die Windel abzugewöhnen.

Auf’s richtige Töpfchen kommt es an

Nun aber nochmals etwas detaillierter zu Felix‘ Windelentwöhnung. In der Kinderkrippe ging das Training weiter. Manchmal kam Felix sogar mit einem Smiley auf der Hand Hause, ein Zeichen dafür dass er Pipi oder Kacka gemacht hat. Wir waren sehr stolz und versuchten auch daheim wieder unser Glück, doch nichts. Er wollte partout nicht auf seine tolle sprechende Toilette von Fisher Price, die meine Mutter irgendwann mitgebracht hatte.

Da Felix immer öfter in der Krippe auf’s Klo ging, versuchten wir es weiter. Wir besorgten einen günstigen Toilettenaufsatz vom DM, in der Hoffnung, dass ihm dieser vielleicht mehr zusagt und er sich so fühlt wie wir Erwachsenen. Doch nichts, er sträubte sich und wollte keinesfalls darauf sitzen. Auch das normale Töpfchen vom DM war nichts für den feinen Herrn.
Bei einem IKEA-Besuch kam ich irgendwann zufällig an den Töpfchen vorbei, mit einem herausnehmbaren Einsatz. Da sie so aussahen wie die in der Krippe nahm ich eines mit, es musste doch irgendwann klappen. Und siehe da. Wenige Tage später setzte ich Felix auf das Töpfchen und…er machte Pipi. Er war so stolz und strahlte von einer Backe zur anderen.

Tipps die die Motivation fördern

Irgendwann kommen die Kinder und wollen beweisen wie toll sie auf die Toilette bzw. auf’s Töpfchen gehen können. Sie sind stolz und werden gelobt, doch das hält nicht ewig an. Es kann sein, dass sie plötzlich keine Lust mehr haben. Felix trug zu dieser Zeit standardmäßig Höschenwindeln, die man ihm schnell hinunterziehen konnte, wie eine Unterhose. Nach anfänglicher Euphorie hatte er plötzlich keine große Lust mehr Pipi ins Töpfchen zu machen, also mussten wir uns etwas einfallen lassen.

Mein Mann entwarf also kurzerhand eine Töpfchen-Hitlist am Computer. Im Endeffekt war es ein Raster wie bei einem Monatskalender mit Platz für Sticker. Für jedes Pipi-Machen wurde ein Feld mit einem Sticker gefüllt. Wenn er sein großes Geschäft verrichtete wurden sogar zwei Felder bedeckt.
Es waren insgesamt um die 40 Felder. Vor dem ersten Verusch durfte er sich ein Spielzeug oder ähnliches wünschen, welches wir ihm versprachen, sollte er die Liste vollbekommen.

Das war für uns tatsächlich DIE Lösung! Es funktionierte super. Fleißig klebten wir die Sticker auf und Felix sprach andauernd von seinem Wunschspielzeug.
Wem die Idee der Töpfchen-Hitlist ebenfalls gefällt, der kann sich hier die Vorlage als PDF herunterladen!

    Weitere Tipps von anderen Eltern findet ihr hier:

  • Zaubertöpfchen: Hierbei handelt es sich um Sticker die man in das Töpfchen klebt. Diese verfärben sich beim Pipi machen, bzw. zaubert der Urin dem Sticker ein Lächeln, wodurch die Kinder super animiert werden.
  • Musikalisches Töpfchen: Dieses Töpfchen singt, spricht und macht richtige Spülgeräusche beim Betätigen der Spülung. Sogar eine Klorollenhalterung ist mit integriert.
  • Exklusive Klo-Lektüre: Am besten ein ganz spannendes Buch, wie z.B. Feuerwehrautos für Jungs und Pferde für Mädchen, ganz klischeehaft gesprochen natürlich. Dieses Buch gibt es dann ausschließlich auf der Toilette zum Lesen.
  • Nägel-Lackieren: Das ist vor allem für kleine Prinzessinen eine feine Sache. Wie wäre es z.B. mit einem lackierten Finger pro Pipi-Machen und zwei lackierten Fingern für das Kacka machen? Da sind manche Mädls bestimmt fleißig auf dem Töpfchen.
  • Coole Tattoos: Das ist dann die geschlechtsneutrale Variante. Wer beispielsweise drei Mal erfolgreich war, erhält ein Tattoo.
  • Buntes Spülwasser: Auch das habe ich gehört. Es gibt Eltern die einfach das Spülwassser mit Lebensmittelfarbe einfärben, damit das Spülen danach zum Erlebnis wird. Eine tolle und günstige Idee.
  • Trick 17: Und dann gibt es noch so kleine Flunkereien wie beim Schnuller. Ein Elternpaar hat es so gemacht, dass sie gesagt haben, dass es nur noch diese eine Packung Windeln gibt, und wenn die leer ist, dann gibt es keine mehr. Das gibt dann zwar noch kleine Unfälle, aber das Kind hat Zeit sich mit dem Gedanken der Windellosigkeit anzufreunden.

Mit Töpfchen in den Urlaub

Das mit der Töpfchen-Hitlist funktionierte super und wir ließen ihn schon bald auch nachts ohne Windel schlafen. Zur Sicherheit klebte ich Inkontinenzauflagen unter das Laken, damit die Matratze verschont blieb und ich im Fall der Fälle nur schnell das Laken wechseln musste. Das erspart einem wirkich viel Stress, und dem Kind schneller eine ruhige Nacht.
Die Einweg-Unerlagen DryNites gibt es im Drogeriemarkt von der Marke Huggies. Sie lassen sich schnell anbringen und wechseln. Später, wenn es dann kaum mehr passiert kann man dann auf einen wasserabweisenden Matratzenschoner zurückgreifen.

Die Unterlagen kann man prima im Koffer verstauen und auch das Töpfchen mit dem herausnehmbaren Einsatz brachte ich ohne Probleme im Koffer unter. Ich steckte einfach kleine Sachen hinein und darunter, somit nahm es keinen Platz weg. Auch im Urlaub konnten wir somit mit der Windelentwöhnung fortfahren. Es war fast noch einfacher, da Felix den ganzen Tag in kurzen Hosen rumgelaufen ist und man dank der warmen Temperaturen nicht viel ausziehen musste.

Erfolgreich windelfrei

Kurz nach dem Urlaub war es dann soweit. Felix ging regelmäßig auf die Toilette und hatte gar keine Unfälle mehr. Er hat tatsächlich bis er vier Jahre alt war nur einmal nachts ins Bett gemacht. Fragt mich nicht wieso, aber irgendwie hat das funktioniert. Ich bin mal gespannt, aber bei Max ist schon jetzt alles ganz anders, das Trocken werden wird es sicherlich auch.

Besonders wenn die Kinder älter werden, oftmals auch in den ersten ein/zwei Schuljahren, passieren wieder häufiger kleine Unfälle. Die Kinder verarbeiten unglaublich viel und kann somit auch die Inkontinenz hervorrufen. Wenn es nicht oft ist, würde ich mir keine Gedanken machen und den Kindern sowieso keine Vorwürfe. Erst wenn es häufiger wird kann man es mal mit dem Kinderarzt besprechen.
Wenn das passiert, dann brauchen Kinder oftmals ihre Eltern einfach noch mehr. Vielleicht helfan schon mehr Kuscheleinheiten, mehr Verständnis, mehr Gespräche über Wünsche und eventuelle Sorgen der Kinder.

Felix hatte in den vergangenen zwei Jahren drei oder vier Unfälle. Das passierte mal beim Spielen, da es so spannend war, und mal nachts, als er wohl etwas schlechtes geträumt hat, wo wir wieder beim „Verarbeiten“ wären. Das ist nicht schlimm. Wir beruhigen Felix dann kurz, waschen ihn mit dem Waschlappen, wechseln ihm die Sachen, machen alles sauber und legen ihn in Ruhe wieder in sein Bett.

Ich bin dankbar, dass bei uns alles wirklich so gut klappt und bin gespannt wie es mit Max in den kommenden Monaten weitergeht. Noch nutzen wir die Windeln von LILLYDOO, was wirklich praktisch ist, da ich nicht einmal losziehen muss um Windeln zu kaufen, sie kommen direkt per Post.
Ab und zu testen wir schon das Töpfchen, was ebenfalls gut klappt, doch ist der Kleine auch so ein Sturkopf, dass man nie weiß was einen erwartet.

NICHT VERGESSEN: Kinder haben ihr eigenes Tempo und irgendwann geht jeder alleine auf die Toilette. Man (Frau) darf sich nicht verrückt machen und auch nicht von anderen verrückt machen lassen. Wer sein Kind unter Druck setzt gewinnt nichts. Ich hoffe ihr findet für euch den perfekten Weg!

    Weitere nützliche Tipps zur Windelentwöhnung

  • Wenn möglich, dann im Sommer starten. Dank warmer Temperaturen und wenig Wäsche ist es einfacher und stressfreier.
  • Beim Start macht es Sinn auf Windelhöschen zu wechseln, so kann auch das Kind selbst schnell auf die Toilette gehen.
  • Wie weiter oben beschrieben, empfehle ich Einweg-Unterlagen für die Matratze und später einen Matratzenschoner.
  • Das passende Töpfchen ist Gold wert. Wer später die Kinder auf die Toilette setzen möchte, dem empfehle ich diese Familien-Klobrille. Wir hatten sie lange und sind total begeistert. Keine nervigen Aufsätze, sondern eine kleine Brille mit integriert.
  • Mit einer Belohnung funktioniert alles besser, das ist auch bei uns Erwachsenen nicht anders. Oben seht ihr nochmals ein Beispiel für die Belohnungsstrategie und Motivations-Ideen für das Töpfchentraining.

Hier nochmals ein paar nützliche Töpchentraining-Hilfen im Überblick

Also wenn dieses Auto-Töpchen mit Lenkrad nicht die Kinderherzen höher schlagen lässt, dann weiß ich auch nicht. Also wenn sonst nichts klappt, dann versucht es doch mal damit. Die Auszeichnung ist am Ende der Klo-Führerschein! 😉
Dieses Töpfchen mit herausnehmbarer Schüssel besitzen wir auch und sind damit sehr zufrieden. Der Pipi-Einsatz lässt sich ganz einfach reinigen und die Kinder sitzen perfekt auf diesem Töpfchen.
Wer direkt mit einem Klo-Aufsatz startet oder das Töpfchen schon hinter sich hat, der braucht wahrscheinlich gerade am Anfang einen solchen Tritthocker. Wir haben ebenfalls einen, der auch am Waschbecken eingesetzt wird.
Händewaschen nicht vergessen! Mit dieser Wasserhahnverlängerung vergessen bestimmt auch die kleinsten das Händewaschen nicht. Sehr praktisch und wer Kinder hat, der kennt das Problem mit dem Wasserhahn nur zu gut.
Ein Buch das wir selbst daheim haben ist das Buch Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr. Ein süßes Buch einer ganzen Reihe von Moritz Moppelpo, mit vielen Klappen und süßen Illustrationen.
Auch dieses Buch findet sich in vielen Familien mit kleinen und bereits größeren Kindern. Das Zähne putzen, Pipi machen der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?" ist wie alle anderen Büchern der Serie sehr beliebt!

Comments

  1. Wir befinden uns im Krieg mit dem Töpfchen. Die Ideen hier finde ich mega klasse. Vor allem das Lackieren der Nägel probieren wir aus. Unsere Mucki hat bewusst von mir noch keinen Lack auf die Nägel bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr die Idee gefallen könnte. DANKE für diesen tollen Post. #welike
    Bin definitiv hochmotiviert:)

    • Liebe Mina,
      freut mich sehr, dass Du hier fündig geworden bist. Ich wünsche euch viel Erfolg.
      Was den Nagellack betrifft, da gibt es welche für Kinder, z.B. von Nailmatic (http://amzn.to/2f6GDnf), die sind abwaschbar und nicht giftig! 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Melanie

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