Ladizium – die Familienchalets im Herzen Tirols im Test

Dieses Jahr hieß es nach Ostern nicht „zurück in die Arbeit“ sondern „auf in den Urlaub“. Es warteten fünf Tage in unserem eigenen Chalet im Hüttendorf Ladizium auf uns. Wir packten unsere Sachen, beluden das Auto bis obenhin mit Kleidung, Kinderwagen, Schneerutschern und Spielsachen und machten uns auf nach Ladis, einem kleinen Dorf in Tirol.

Eigentlich ging ich davon aus, bei warmen und frühlingshaften Temperaturen wandern zu können, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wenige Tage vor Ostern kam der Winter zurück, und mit ihm auch der Schnee. Somit war auch die Winterkleidung wieder mit dabei, auf die ich gerne verzichtet hätte. ABER, seit den Kindern weiß man immer das beste daraus zu machen.

Die Ankunft

Nach etwas mehr als zwei Stunden Autofahrt über Autobahn, durchs Tal und Serpentinen kamen wir nachmittags in Ladis an. Es schneite noch etwas, doch umso mehr freuten wir uns auf unsere gemütliche Hütte mitten in den Bergen.
Wir wurden sehr herzlich von Nicole empfangen. Sie und ihr Mann führen das hübsche Chaletdorf mit insgesamt sechs Häusern. Sie selbst haben auch zwei Söhne, die genau im gleichen Alter sind wie unsere Jungs, viereinhalb und eineinhalb Jahre alt.
Als wir zur Rezeption kamen, spielte ihr Sohn gerade brav an einem Tisch am Eingang. Während Nicole uns in unser Chalet führte, passte die Kollegin schnell auf den Jungen auf.

Unser Chalet

Wir warfen derweil einen Blick in unser Chalet, welches wir fünf Tage lang unser Heim nennen durften.
Sofort fühlten wir uns wohl. Es war warm, kuschelig eingerichtet und richtig urig.

Ladizium - Unsere Erfahrung zu den Familienchalets in Tirol

Im unteren Bereich befand sich eine kleine aber vollkommen ausreichend große Küche, eine gemütliche Essecke, das Wohnzimmer mit Kamin und im hinteren Teil ein schönes Schlafzimmer mit Doppelbett. Dieses lag direkt neben dem Spa-Bereich. Ja, tatsächlich hatten wir unsere eigene Bio-Sauna und im Garten unseren großen Holz-Zuber der noch am selben Abend von uns in Betrieb genommen wurde.

Im oberen Stockwerk warteten zwei weitere Schlafzimmer auf uns, jeweils mit einem eigenen großen Badezimmer, ausgestattet mit Dusche, zwei Waschbecken und allem was man sonst so braucht. Die Schlafzimmer teilten sich einen großen Holzbalkon mit Blick über das Dorf und auf die Berge.

Im größeren der beiden Zimmer stand das Reisebett. Es war schon hübsch hergerichtet und auch eine Wickelunterlage, sowie ein Windeleimer standen bereit. Wir beschlossen das Zimmer den beiden Jungs zu überlassen. Mal wieder hatte Felix den Luxus, alleine in einem großen Doppelbett zu schlafen, während sein kleiner Bruder neben ihm im Reisebett schlummern durfte.

Ladizium - Unsere Erfahrung zu den Familienchalets in Tirol

Wir übernahmen das Zimmer gegenüber. Es war von der Größe perfekt. Wir hatten zwei Schränke und einen Schreibtisch im Zimmer, und wie auch der Rest im Chalet wirkte auch das gesamte Obergeschoss sehr gemütlich.

Ladizium - Unsere Erfahrung zu den Familienchalets in Tirol

Das private Spa

Wie schon erwähnt hatten wir in unserem Garten einen schönen großen Holzpool. Ich hatte Felix versprochen, dass wir ihn gemeinsam am ersten Abend einweihen würden, und so machten wir es dann auch. Wie auch für die Badewanne konnte man hier Wasser in der gewünschten Temperatur einfließen lassen. Wir entschieden uns für eine mümmelige Badewannentemperatur, sogar noch etwas wärmer um gegen die Kälte die draußen herrschte gewappnet zu sein.

Es war herrlich kann ich euch sagen. Ich konnte bequem sitzen, mit ausgestreckten Beinen und hatte das Wasser bis zu den Schultern. Es war perfekt und Felix genoss das Plantschen während es langsam dunkel wurde. Er konnte sogar fast darin schwimmen, so groß war der Zuber. Auch in den darauf folgenden Tagen nutzten wir ihn noch ein paar Mal, auch mal nur als Pärchen. Einfach im Wasser sitzen, die Ruhe und den Blick auf die Berge genießen.

Mein Mann testete sogar die Bio-Sauna, obwohl wir beide keine Saunamenschen sind. Und tatsächlich gefiel es ihm. Die Sauna wurde nur bis 55 Grad heiß, so zumindest die Empfehlung. Er kam sehr entspannt wieder raus, denn besonders seinem Rücken tat die Wärme gut. Ich war mal kurz mit drin, doch für mich ist das „noch“ nichts, vielleicht gefällt es mir ja in ein paar Jahren besser!

Das Frühstück

Das Frühstück wurde uns zwar nicht aufgedeckt, doch jeden morgen wartete bereits ein bunt gefüllter Korb am Treppenabsatz im Hauseingang. Für jeden von uns war was dabei. Es gab Joghurt, Wurst und Käse, Müsli, Marmelade, frische Butter vom Bauern, eine Flasche Saft, unglaublich frische Milch und natürlich ein paar Semmeln und frisches Brot.

Dank der Kapselmaschine konnte ich mir dazu einen leckeren Kaffee von Nespresso gönnen. Jeden Tag nach dem Frühstück kreuzten wir auf einem Bogen an, was wir uns für den nächsten Tag zum Frühstück wünschten. Wir konnten aus verschiedenen Säften, Marmeladen, Joghurts, Brot und Aufschnitt-Tellern wählen. Jeden Tag testeten eine neue Marmelade und hatten so am Ende eine bunte Vielfalt an Marmeladengläsern auf unserem Frühstückstisch stehen.

Alles was nicht aufgebraucht wurde, wanderte in den Kühlschrank. So konnten wir uns nachmittags oder abends nochmals ein Brot aus den Resten schmieren und auch mit auf den Berg nehmen.

Wandern in Ladis, Serfaus und Fiss

Apros pos Wandern, das kann man natürlich in dieser Gegend ebenfalls. Ladis ist ein hübscher kleiner Ort mit einer Burg am See. Die Orte Fiss und Serfaus hingegen bestehen hauptsächlich aus Pensionen und Hotels, nicht ganz so gemütlich. Dafür jedoch gibt es ja die Berge drum herum!

Besonders ab Juni eignet sich die Gegend um verschiedene Touren zu gehen, ob mit Kindern oder ohne. Es gibt verschiedene Panoramawege, Lehrpfade oder einfach Wanderwege die mehrere Hütten miteinander verbinden.

Auf der Seite des Tourismusverbandes findet ihr nähere Informationen zu den möglichen Wanderungen im Sommer.

Wer wie wir schon vor Juni dort ist, hat vielleicht das Pech, dass oberhalb der Dörfer noch Schnee liegt. Besonders mit Kindern macht das Wandern im Schnee nicht allzu viel Spaß, da es sehr beschwerlich ist. Man sollte daher lieber auf alternative Wege im Tal umsteigen. Entlang der A12 (Autobahn) und S16 (Bundesstraße) sind einige Dörfer, von wo aus man kleine Touren durch flachere Gefilde starten kann. Besonders Ende April und Mai ist es hier auch schon schön grün und von Wildblumen übersäht.

Partschinser Wasserfall in Südtirol

Einen Tag verbrachten wir vier in Meran. Zwei Stunden Fahrt muss man einplanen, wenn man von Ladis aus startet. Da es auf dem Weg lag, machten wir noch einen Abstecher zum Wasserfall in Partschins, was sich besonders im Frühsommer lohnt, denn dann schießen hier bis zu 6.000 Liter Wasser PRO SEKUNDE den Berg hinab.
Vom Parkplatz aus (oberhalb vom Dorf) läuft man keine fünf Minuten mehr bis zum Wasserfall. Dort kann man sich auf die Steine am Wasser setzen oder den Blick von der Wiese oben genießen. Dort haben wir uns auf einer Bank niedergelassen und unsere Brotzeit gegessen.

Um nicht gleich wieder zum Auto zu gehen sind wir noch hoch zum Gasthof und von dort aus zurück zum Parkplatz gelaufen. Ein paar Sportbegeisterte sind sogar den ganzen Weg vom Dorf aus bis zum Wasserfall gelaufen. Das ist auch kein Problem, allerdings nicht mit Kinderwagen, denn das wird sehr anstrengend. Lieber die Kinder in die Kraxe setzen, so haben wir es auch gemacht.

Meran erkunden

Die Fahrt nach Meran lohnt sich allemal. Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten bei 22 Grad im T-Shirt herumlaufen. Geparkt haben wir direkt am Rand des Zentrums und sind von dort aus in die Innenstadt gelaufen. Max saß im Kinderwagen und Felix lief an der Hand.
An der Promenade entlang der Etsch, dem Fluss der durch Meran fließt, spielt sich das Leben ab. Die Leute flanieren, genießen die Sonne, lesen in der Sonne und lassen die Kinder am Spielplatz spielen. Nachdem wir uns ein Eis gegönnt hatten machten wir das selbe. Felix wuselte zwischen all den anderen Kindern umher, während Max im Wagen schlief.
Weiter ging es durch die schmalen Gassen mit den vielen kleinen Läden. Wir genossen diesen südländischen Flair. Überall waren Palmen, es roch nach Sonne und man sprach italienisch. Ein wunderbarer kleiner Urlaub im Urlaub, kann ich nur empfehlen.

Fazit

Unser Chalet hatte für uns vier die perfekte Größe. Dank unserer mitgebrachten Spieldecke konnten die Jungs all ihre mitgebrachten Schätze im Wohnzimmer ausbreiten und gemeinsam spielen. Zeitweise knisterte dabei der Kamin, denn draußen war es besonders abends noch relativ kalt und ungemütlich. Max und Felix mussten wir nur ein paar Mal darauf aufmerksam machen, dass der Kamin tabu war, doch das klappte einwandfrei. Generell war immer einer von uns Erwachsenen dabei, damit auch wirklich nichts passieren konnte.

Im Sommer kann man sicherlich noch schön abends auf der Terrasse sitzen und sich unterhalten, doch für uns war das bei den Temperaturen keine Option. Wir genossen dafür die Abende in der Hütte und ließen sie immer recht gemütlich, mit einem Feuer im Kamin ausklingen.

Alles in allem war es ein schöner Familienurlaub in einer sehr gemütlichen Hütte. Als Reisezeitraum im Sommer empfehle ich Ende Juni bis Mitte/Ende September, dann kann man auch das große Angebot der Region nutzen. Besonders für Familien mit Kindern wird einiges geboten, was wir leider noch nicht bzw. nicht in vollem Rahmen testen konnten, wie z.B. dieses Indianerdorf auf der Wanderung nach Fiss. Ich bin mir sicher, dass man hier im verschneiten Winter einen tollen Skiurlaub und ab Juni einen wunderbaren warmen Sommerurlaub verbringen kann, mit kompletten Programm für die ganze Familie.

Ladizium - Unsere Erfahrung zu den Familienchalets in Tirol

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