Grand Hotel Kronenhof – Ein schweizer Luxushotel im Familientest

Wohnen wie in einem Schloss? Findet das nicht jeder toll?
Es gibt so viele wunderschöne Filme die in prachtvollen Schlössern und Herrenhäusern spielen, und im Grand Hotel Kronenhof hat man das Gefühl genau in einem solchen Film mitspielen zu dürfen.

Bereits als wir die schmale Gasse durch Pontresina fuhren und plötzlich das Hotel vor uns erblickten, waren wir hin und weg. Ein wunderschöner, ehrwürdiger und prachtvoller Bau aus dem Jahr 1898. Das Hotel selbst gibt es bereits seit 1848, jedoch wurde es nach und nach erweitert, bis es schließlich zu dem Grand Hotel wurde, welches man heute vorfindet. Dank vieler Renovationen und Erweiterungen, zählt es zu den besterhaltenen Grand Hotels des 19. Jahrhunderts.

Nur sechs Kilometer entfernt liegt Sankt Moritz. Auf dem Rückweg fuhren wir auch durch dieses Städtchen, doch muss ich sagen, dass Pontresina für mich wesentlich mehr Charme hat, besonders das Eck in dem sich der Kronenhof befindet.

Der Empfang

Natürlich wurden wir beim Betreten des Hotels sehr freundlich empfangen. Man gab uns alle wissenswerten Infos mit und übergab uns die Zimmerschlüssel. Der eigentliche Empfang jedoch war für mich das Gespräch mit Herrn Eichenberger, dem Hoteldirektor. Herr Eichenberger nahm sich für uns extra eine Stunde seiner Zeit.
Anders als sicherlich viele andere in seiner Position machte er einen sehr entspannten und überaus freundlichen Eindruck. Mit seiner sehr sympathischen Art und schaffte er es, dass die Kinder sich direkt mit ihm beschäftigten. Felix malte ihm sogar ein Bild mit seinem Namen.

Bei einem Glas Wein erzähle uns der Hoteldirektor einiges zum Hotel. Angefangen bei der Geschichte, bis hin zur derzeitigen Ausrichtung und Zielsetzung. Das Hotel ist ein luxoriöses Grand Hotel, wunderbar renoviert und bereit viele Familien zu empfangen, doch hatte sich das noch nicht bis in den letzten Winkel herumgesprochen.
An der Stelle kann ich schon einmal vorwegnehmen: Das Hotel eignet sich perfekt für einen Familienaufenthalt, so meine Meinung als Mutter eines fünf- und zweijährigen Sohnes. Diese zwei Racker waren abends etwas überdreht und noch während dem Gespräch mit Herrn Eichenberger liefen sie durch die Lobby. Nach wenigen Minuten hatten sie zwei Christbaumkugeln auf dem Gewissen. Herr Eichenberger lachte und nahm das sehr gelassen, er meinte dass es ja Kinder seien, und man damit rechnen müsse. Uns Eltern war das natürlich unangenehm, doch Herr Eichenberger nahm uns die Sorge.

Die Lobby – Das Herzstück

Immer wieder denke ich auch jetzt noch an diese wundervolle Lobby zurück. Bisher hat mir noch kein Hotelempfang zuvor so einen prunkvollen und zugleich beruhigenden Anblick geliefert. Die hohen Decken und detailreichen Deckenmalereien machen diesen Saal einzigartig. Hinzu kommt der gigantische Blick auf die hinter den Baumkronen liegenden Gipfel der nahegelegenen Gletscher.

Das Licht, die antique Einrichtung und diese wohlig warme Atmosphäre ließen mich direkt runterkommen von dem ganzen Stress des Alltags. Es schien, als ob die Zeit in diesem Raum stehengeblieben wäre. Keinesfalls verstaubt, sondern einfach nur schön, besonders mit dem üppig geschmückten Christbaum. Es hatte wirklich etwas märchenhaftes, das sich nicht so einfach in Worte fassen lässt.

Unsere Grand Premium Junior Suite

Wir waren wirklich fürstlich untergebracht im Kronenhof. Uns wurde eine Grand Premium Junior Suite bereit gestellt. Ein Zimmer mit rund 57m2 und somit genug Platz für eine kleine Familie wie die unsere. Beim Betreten, vorbei an den großen Kleiderschränken, gelangten wir in einen riesigen Raum mit einem herrlichen Doppelbett, einem kleinen Wohnzimmer und einem Babybett.

Das Bad war groß und sehr elegant. Wir hatten sowohl eine großzügige Dusche, als auch eine schöne Wanne, die wir jedoch nicht nutzten da wir auch so schon ausreichend Erholung fanden.

Das Schlafsofa wurde vom Hotelpersonal jeden Abend zum Bett für Felix umfunktioniert und morgens wieder zusammengeklappt. So hatten die Jungs tagsüber immer ausreichend Platz zum Spielen, wenn sie nicht gerade den Kinderclub unsicher machten oder wir als Familie im Pool plantschten.
Die Suite war zudem schön hell und wir hätten uns im Sommer auch wunderbar auf dem Balkon aufhalten können, doch bei den eisigen Temperaturen ließen wir lediglich die frische Bergluft ins Zimmer herein. Der Blick auf die schneebedeckten Gipfel und das Winterwunderland war fantastisch.

Das Grand Restaurant

Zwei der drei Abende dinierten wir im Grand Restaurant. Man konnte nur ahnen welche Prominenz hier in all den Jahren bereits ihr Essen genossen hatte. Vor uns erstreckte sich ein riesiger Saal, welchen wir über einen roten Teppich betraten. Die Tische deckten weiße Tischdecken, Silberbesteck und auch hier konnten wir die Deckenmalereien bewundern. Der Saal beteht aus einem Hauptteil und zwei Flügeln mit meterhohen Fenstern.

Mittig, im hinteren Teil, spielte der Pianist. Es war eine wunderbare Hintergrundmusik, keinesfalls zu laut oder aufdringlich. Jedes Essen war besonders und das Nachtischbuffet am letzten Abend war mein persönliches Highlight. Alleine der Anblick ließ mein Herz höher schlagen.

Und das Personal? Ja, wie soll ich es sagen, es war einfach ausgezeichnet.

Die Kinder wurden an jeder Ecke umsorgt und unglaublich herzlich behandelt. Sie erhielten Malunterlagen, Stifte und am Ende jedes Essens ein leckeres Eis. Dieser tolle Service machte den gesamten Aufenthalt für uns Eltern so viel angenehmer. Glückliche Kinder heißt letztlich mehr Entspannung für Mama und Papa, und die Kinder waren rundum zufrieden.

Wir genossen nicht nur das herrliche 5-Gänge-Menü am Abend im Grand Restaurant, sondern auch das Frühstück. Auch hier blieben keine Wünsche offen. Frisches Brot und Semmeln, Eierspeisen nach Wunsch, Cerealien, frisches Obst und sogar frische Meeresfrüchte wie Garnelenschwänze wurden hier serviert. Das Essen am Buffet entsprach höchster Qualität und ließ uns gar nichts anderes übrig als perfekt in den Tag zu starten.

Das Kronenstübli

An einem der drei Abende wurden wir vom Hoteldirektor ins Kronenstübli eingeladen.
Es handelt sich hierbei um kleines gemütliches Restaurant innerhalb des ursprünglichen Teils des Hotels. In diesem Teil des Gebäudes nahm alles seinen Anfang. Hier kann man vergessen, wo man ist, fühlt sich sofort heimisch und kann ungestört ein wunderbares Menü genießen.

Der tolle Service zog sich wie ein roter Faden durch unseren gesamten Aufenthalt. Vom fantastischen Essen ganz zu schweigen.
Angeregt wurde unser Appetit durch frisch gebackene Grissini, kleine krosse Semmeln, frische Butter und Aufstriche. Weiter ging es mit einem Gruß aus der Küche. Auch auf den ersten Gang mussten wir nicht lange warten.

Das Menü war ausgefallen und sehr lecker. Es bestand aus vielen Zutaten die wir so sonst nicht in Kombination aßen. Doch macht genau das ein Restaurant aus welches von GaultMillau mit 16 Punkten ausgezeichnet wurde. Ungewöhnliche oder simple Lebensmittel so zu kombinieren, dass sie besonders schmecken ist die Kunst. Es war ein wahres Feuerwerk für unsere eingefahrenen Geschmacksknospen. Die einfache und familientaugliche Alltagsküche findet leider wenig Zeit und Akzeptanz für solche Experimente.

Besonders Felix ist in einem Alter, in dem oft ganz genau abgewogen wird, was gegessen wird und was nicht.
Umso entspannter war es, zu zweit und in Ruhe dieses vielfältige Menü zu genießen. Lediglich die Austern waren nicht meins, ich bin einfach kein Fan, das habe ich vor ein paar Jahren bereits festgestellt. Ich liebe Meeresfrüchte und Fische aller Art, doch Austern sind selbst unter den Muscheln geschmacklich etwas spezieller und sehr intensiv.

Abschließend gab es ein Dessert aus Zitrusfrüchten mit Kastanienhonig, doch war ich dafür nicht wirklich in der Stimmung und so frage ich ganz frech nach einer schokoladigen Alternative. Und siehe da, sie waren so flexibel mir ein fantastisches Dessert zu zaubern, das ganz und gar für mich geschaffen war. Ich war begeistert, dass man mir so entgegenkam. Während mein Mann mit seiner Zitrus-Nachspeise eins wurde, genoss ich eine Kreation aus weißer und dunkler Schokoladenmouse mit echter Java-Schokolade. Es war ein Gedicht!
Wer im Kronenhof residiert, sollte unbedingt einen Abend im Kronenstübli essen!

Das Kronenhof Spa

Am ersten Abend schafften wir es leider nicht mehr ins Kronenhof Spa, doch gleich am zweiten Tag nach dem Frühstück sprangen wir in unsere Badesachen um den Pool auszukosten. Wir wurden nicht enttäuscht. Ein riesiges Becken mit einem traumhaften Ausblick erstreckte sich vor uns. Die komplette hintere Seite war verglast und direkt hinter der Scheibe lag meterhoch der Schnee.

Für die Kinder gab es einen abgetrennten Kleinkinderbereich mit einer kleinen Rutsche auf der auch Felix und ich gerne rutschten. Eine kleine Fontäne sorgte zudem für viel Wasserspaß in diesem warmen Becken.

Wir hatten Glück und hatten die meiste Zeit den gesamten Poolbereich für uns alleine. Die Hochsaison stand kurz bevor, doch in der Woche vor Weihnachten war es wunderbar entspannt. Entsprechend plantschten wir und hatten viel Spaß beim Schwimmen, Tauchen und Springen vom Beckenrand. Wir störten hier ja niemanden.

Abwechselnd gönnten sich mal der Papa und mal ich eine kleine Auszeit in den Dampfbädern, im „Elternbecken“ mit verschiedenen Düsen und auch in der kleinen „Grotte“ wie ich es nennen würde. Ein warmer Pool, komplett abgedunkelt, mit Stimmungslichtern und beruhigender Musik. 2000m2 groß ist der komplette Spa Bereich im Kronenhof, hier schafft es jeder abzuschalten.

Der Kinderclub – Very Important Kids

Kinder sind im Granhotel Kronenhof bestens aufgehoben. Abgesehen vom freundlichen und flexiblen Personal gibt es auch viele Möglichkeiten für Kinder die Zeit im Hotel zu verbringen. Besonders kleine Gäste kommen im Kinderclub voll auf ihre Kosten. Es wird gemeinsam gebastelt, man kann malen, mit kleinen und großen Bausteinen bauen. Die Kinderküche eignet sich perfekt für kleine Hobbyköche und auch der Kaufladen ist wirklich süß. Kleine Flitzer dürfen mit einem der Bobbycars herumdüsen.

Eine Kuschelecke mit Polstern in allen Größen gibt es ebenfalls. Auch an die großen Kinder wurde gedacht, so kann man in diesen Räumen sein Können am Kicker beweisen oder die Bälle im Flipperautomaten in die Punktezone katapultieren. Auch ein paar Rechner stehen hier, für Teenies die sich gerne etwas ruhiger beschäftigen.

Direkt bei der Ankunft erhielten Felix und Max Armbänder um sich im Kidsclub auszuweisen. Außerdem erhielt man hiermit im gesamten Hotel immer kostenlos eine heiße Schokolade oder ein Eis. Welch ein Traum für Kinder!

Dieses offizielle Werbevideo zeigt was für die Kinder im Kronenhof geboten wird, und genau wie in dem Video sah es auch bei uns aus. Die Betreuerin war jedoch eine andere.




Die liebe Mapi, eine Peruanerin die perfekt Deutsch und Englisch sprach, spielte liebevoll mit den Jungs und konnte sich mit ihnen in ihrer Muttersprache verständigen. Spanischsprechend empfingen wir die Jungs nach Ihren Spielphasen von ein oder zwei Stunden. Zwei Abende gaben wir die Kinder zum Abendessen im Kidsclub ab.
Alle Kinder gingen gemeinsam ins Kinderrestaurant, genossen Schnitzel mit Pommes oder Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und ein Eis zur Nachspeise. Anschließend wurde gespielt, gebastelt oder auch mal ein Kinderfilm beim gemeinsamen Kinderkino-Abend angesehen.

In der Zwischenzeit konnten mein Mann und ich ein ruhiges Abendessen genießen. Wir dachten nicht, dass wir in diesen drei Tagen so viel Erholung finden würden, doch es war perfekt.

Unsere Instagram-Eindrücke vom Kronenhof

Weitere Eindrücke aus dem Kronenhof habe ich auch auf meinem Instagram Profil hinterlassen. Seht mal in die Highlights, dort findet ihr ein paar Stories aus dem Hotel und aus Pontresina.

Alles in allem war es ein grandioser Kurzurlaub, an den ich liebend gerne zurückdenke!

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