(Vor-) Lesestunde mit Bobo

Lange bevor der Felix sein erstes Buch in die Hand genommen hat haben wir begonnen ihm die Welt zu erklären. Für ein so frisch geschlüpftes Wesen ist alles neu und aufregend und auch jetzt macht es noch unglaublich Spaß Felix immer wieder neue Dinge zu zeigen, zu erklären und vor allem zu beobachten wie er das neu gelernte förmlich aufsaugt, ähnlich wie ein Schwamm.

Anfangs haben wir die Dinge erklärt die wir tun und um uns herum sehen, doch mit seinen zwei Jahren ist er nun eine ganze Stufe weiter. Er möchte mehr wissen und ist unglaublich neugierig. In unserer Wohnung stapeln sich die Kinderbücher. Es sind wirklich unzählige Bücher mit Autos, Tieren, sich drehenden Elementen, Klappen und auch welchen die Geräusche machen. Oftmals sind es aber auch die ganz einfachen Bücher die ihn faszinieren.
Manchmal, wenn er genug hat und seine Ruhe haben will, schnappt er sich eines davon, setzt sich auf’s Sofa und fängt an zu träumen. Ein wundervoller Anblick sein sorgloses und entspanntes Kind beim „Lesen“ zu beobachten. Wie gern würde man doch in diese kleinen Köpfe hineinsehen wollen um zu wissen was dort vor sich geht…

Wir Eltern sind meist diejenigen die für neuen Lesestoff sorgen. Nachdem Felix das Buch in und auswendig kennt und man ihm keine neuen aufregenden Geschichten mehr dazu erzählen kann, suchen wir uns eine neue Lektüre die uns allen gefällt, Papa, Mama und Felix. Wir kaufen manchmal kleine Pixibücher wenn wir unterweg sind, stöbern ein wenig in den Buchhandlungen oder auch im Internet. Der Vorteil hier, das finde ich, sind die Rezensionen. Wohingegen man natürlich in der Buchhandlung direkt darin blättern kann und evtl. interaktive Bücher testen kann.
Diesmal haben wir uns für Bobo Siebenschläfer entschieden. Ich sehe ihn im Moment überall. Im Internet, auf Werbeanzeigen und sogar auf dem Flatscreen im OEZ. Ich dachte „da muss ja irgendwas dran sein“!

Vorgestern kam das Buch an und noch am selben Abend setzte ich mich mit Felix auf den warmen Holzboden und begann ihm vorzulesen. Das läuft in meinem Fall etwas anders ab als üblich. Da ich mit dem Felix nur Spanisch spreche übersetze ich erst die deutschen Sätze im Kopf und lese ihm dann diese auf Spanisch vor. Es ist zugleich eine kleine Übung für mich. Umso besser wenn die Sätze auf den einzelnen Seiten kurz und einfach gehalten sind. Bei längeren Texten verliert der Felix sowieso die Geduld und blättert dann mitten im Satz einfach weiter. Das Buch Bobo Siebenschläfers neueste Abenteuer hat ihm jedoch so gefallen, dass ich erstaunt war als er einfach neben mir sitzen blieb. Wahrscheinlich ist es genau das. Es sind keine langen Texte, hübsche Bilder und man blättert recht schnell zur nächsten spannenden Stelle weiter.
Wir haben mit dem „Abenteuer“ gestartet, dass Bobo, der kleine süße Bär, für seine Eltern GANZ ALLEINE den Tisch deckt und mit seinen Eltern auch beim Frühstück viel erlebt. Eigentlich eine ganz einfache Situation wie wir sie alle kennen, aber süß erzählt, denn z.B. isst der Bobo seinem Papa das Brot heimlich weg und Mama und Papa zaubern tolle Gesichter auf das Frühstücksbrot. Am Ende jeder Geschichte schläft der kleine Bobo ganz friedlich in den Armen seiner Eltern ein, der perfekte Abschluss um die „Stöpsel“ bettfertig zu machen. Felix war Feuer und Flamme und wollte gleich auch die nächste Geschichte aus dem Buch lesen, auch bei ihm steht „alleine machen“ im Moment sehr hoch im Kurs und generell ähnelt Bobo dem Felix sehr. 😉

Richtig vorlesen will gelernt sein

Nein, ihr müsst davor keinen Kurs besuchen, Video-Tutorials schauen oder gar einen Coach ins Haus holen. Alles was ihr machen müsst ist, eurer Fantasie freien Lauf zu lassen und selbst wieder ein wenig Kind sein. Auf keinen Fall dürft ihr das niedergeschriebene einfach runterrattern.
Während ihr lest könnt ihr auf die passenden Bilder zeigen, Stimmen und Geräusche imitieren, Dialoge hinzudichten und das ganze etwas ausschmücken. Dann ist die Mütze vielleicht nicht nur rot, sondern erdbeerrot, und das Fahrrad ist „fast das gleiche wie das vom Felix“. Kinder lieben Vergleiche und merken sich diese auch sofort. Sie beginnen das Buch wie einen Film vor ihrem inneren Auge abspielen zu lassen, man kann das förmlich beobachten.
Ich selbst kann beim Vorlesen auch wunderbar abschalten und genieße es mit meinem Sohn in einer gemütlichen Ecke zu sitzen und wieder in kindliche Fantasien abzutauchen.

Lesen ist wichtig

Gerade für Kinder ist es unglaublich wichtig früh mit dem Lesen zu beginnen. Dazu gehört auch das Vorlesen.
Indem man ihnen Geschichten vorliest lernen Kinder ihren Wortschatz zu erweitern, denn man nutzt teilweise andere Wörter als im täglichen Sprachgebrauch. Zudem lernen sie ganze Sätze zu sprechen. Insbesondere wenn man öfters ein und das selbe Buch liest merken die Kinder sich die Sätze. Ihr werdet sehen, irgendwann liest euer Kind euch den Text vor ohne überhaupt lesen zu können, sie merken sich einfach was Mama, Papa, Oma oder Opa da ständig erzählen.
Eure Kinder werden euch dankbar sein. Nicht nur, dass das Lesen den Kindern Spaß macht, nein es regt auch unheimlich die Fantasie an und ist auch noch förderlich für das zukünftige Lesen und Schreiben. Gerade auch diese Situation, dass das Kind einfach sitzen bleibt und zuhört, ist ein Grundbaustein für die spätere Konzentration. Sie lernen, sich auf eine Sache zu konzentrieren, ohne sich direkt wieder mit etwas anderem beschäftigen zu müssen.

Sehr viele Kinderbücher, wie auch das von Bobo, handeln von alltäglichen Situationen. Die Kinder lernen unter anderem aus den Büchern wie man in bestimmten Situationen handelt und versuchen es den Fantasiefiguren gleichzutun. Wenn z.B. die „Marie“ aus dem Buch schön die Zähne putzt, wieso sollte das dann der Felix nicht auch können? Er ist doch schon „soooo…groß“!

Wie ich schon erzählt habe sucht sich der Felix gerne ein Buch raus wenn er ein wenig entspannen will, ähnlich wie ein Erwachsener. Die Bücher liegen immer an den gleichen Orten in seinem Kinderzimmer und im Wohnzimmer, er kann sich also selbst bedienen und muss nicht erst einen von uns fragen. Manchmal liest er alleine und andere Male möchte er mit einem von uns lesen, er genießt es dann sich an einen von uns ranzukuscheln und unserer Stimme zu horchen.
Ich führe das auf jeden Fall weiter, alleine schon deshalb weil seit gestern dauernd nach „Bobo“ verlangt wird.

Kleinkindern vorlesen - Bobo Siebenschläfers Abenteuer

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